X wie der „Tag X“

Schon die griechische Mythologie kannte drei Konzepte zum Umgang mit Zeit: den Tag als unmittelbare Gegenwart, «Chronos» als langen Zeitabschnitt und «Kairos», den religiös-philosophisch verstandenen günstigen Zeitpunkt für eine Entscheidung, dessen ungenütztes Verstreichen nachteilig sein konnte und den es zu erkennen galt.

Seit der Erfahrung mit Massenvernichtungswaffen und der Konfrontation mit den Folgeschäden von menschlicher Technik ist ein viertes Konzept im Umgang mit Zeit dazugekommen: die Angst vor dem Tag X.

Ein Tag, dessen Datum noch nicht bekannt ist. Und die Doom-Saying-Propheten werden nicht müde, uns zu belehren: Die Zukunft ist ein Risiko. Und Leben ist lebensgefährlich. Wir wissen zwar nicht, wann, aber er wird kommen – der Weltuntergang.

Als aufgeklärte, bildungsbürgerliche Gesellschaft haben wir zwar das Konzept einer konkreten Schöpfung als Weltanfang verworfen, aber die verschiedenen Vorstellungen eines Weltuntergangs sind in ihrer Vielfalt sehr konkret. Oder zumindest die Vorstellung des Aussterbens der Menschheit. Oder die Berechnung von grossen, durch den Menschen verschuldeten Katastrophen, die die Lebensqualität und das Funktionieren der menschlichen Gesellschaft grundsätzlich zum Schlechten verändern werden. Oder der Tag, an dem die Weltwirtschaft zusammenbrechen wird. Oder der Euro auseinanderbrechen wird. Oder der Islam die Vorherrschaft in Europa übernehmen wird, nachdem die Russen doch nicht gekommen sind.

Die Menschheit weiss, dass Kriege, Pest und Erdbeben überlebt werden können – doch der Tag X wird alles verändern. Der D-Day war sowohl der Tod vieler Soldaten als auch der Anfang der Befreiung von Europa. Das biblische Konzept der Apokalypse war sowohl die Schlacht von Armageddon als auch die anschliessende Befreiung von Sünde, Tod und Teufel.

Warum eigentlich bringen wir den Tag X immer mit einer schlechten Zukunft in Verbindung?

W wie Wild Card

Y wie „Generation Y“

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V wie Verzicht

In Zeiten der Maximierung von Wachstum, Wohlstand und Konsum wird ein Konzept des Verzichts gesellschaftlich nicht mehr verstanden.

Insbesondere wenn eine Nachkriegsgeneration die Erfahrung von Hunger und Entbehrung mit diesem Begriff verbindet und zukünftig um jeden Preis vermeiden möchte. Und wenn eine Nachreligionsgeneration die Konzepte von Fasten und Kasteiung nie akzeptiert hat.

Genauso werden in einer Gesellschaft, die es gutheisst, dass Rechte pauschal und ohne Vor- und Gegenleistung eingefordert werden können, und die Glück als die maximale Befriedigung von Lust und Bedürfnissen versteht, auch die Konzepte von Leistung, Pflichten und Tugenden nicht verstanden.

In einer ökonomisierten Welt verstehen wir Knappheit als Phänomen, das Auswirkungen auf die Preisgestaltung hat – und auf die Bildung entsprechender Kundensegmente mit entsprechend preislich und qualitativ angepassten Produkten. In einer technisierten Welt nehmen wir solche Erfahrungen als Herausforderung, um Innovationen voranzutreiben, um die Effizienz zu steigern oder um Materialien und Energieträger zu substituieren.

Aber Verzicht? Niemals, wenn der Begriff Verzicht auf Lustentsagung und Bedürfnisverneinung abzielt.

Vielleicht geht es bei einem zukünftigen Konzept des Verzichts, das in der protestantischen Wirtschaftsethik immer wieder eine Rolle spielt, primär um eine Antwort auf das Phänomen der Todsünde der Völlerei. Dieses ist eben nicht nur Ausdruck von Wohlstand und Zufriedenheit, sondern auch von egoistischer Masslosigkeit und rücksichtsloser Verschwendung.

Vielleicht geht es zukünftig um bewusste Genügsamkeit, damit andere am Überfluss partizipieren können? Vielleicht geht es bei einem zukünftigen Konzept des Verzichtens um eine neue Prioritätensetzung, bei der neben materiellen auch soziale und mentale Aspekte stärker gewichtet werden?

U wie Urbanisierung

W wie Wild Card

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U wie Urbanisierung

Sodom und Gomorrha oder das himmlische Jerusalem?

Seit Jahrtausenden haben Grossstädte einen zwiespältigen Charakter: Für die einen sind sie eine Ansammlung von Laster und Verbrechen, die anderen hoffen darauf, dass Stadtluft frei macht und Wohlstand ermöglicht, weil sie den Begrenzungen ihres Dorfs entfliehen wollen und auf neue Beziehungen hoffen.

Schon heute leben über 50 Prozent der Weltbevölkerung im städtischen Raum. Die UNO rechnet damit, dass bis 2050 über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Megacities mit mehr als 10 Millionen Einwohnern leben werden. Doch hat schon im 19. Jahrhundert die damalige Industrialisierung in Europa Millionen von Menschen in die städtischen Zentren gelockt.

Wie wir eine menschenfreundliche Grossstadt bauen, wird eines der Topthemen auf der globalen Agenda sein.

T wie Think Tank

V wie Verzicht

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T wie Think Tank

Eine Anekdote berichtet, dass ein amerikanischer, ein britischer und ein französischer General sich in einem Panzer (Tank) getroffen haben, um gemeinsam über den nächsten Schlag gegen die deutsche Armee zu sinnieren (Think).

An diesem Ort waren sie sicher – weder der Feind noch die Untergebenen noch die Medien noch die Politiker konnten sie abhören oder stören bei der Entwicklung ihrer Strategie.

An diesem Ort waren sie auf engstem Raum zusammen, jeder konnte den Schweiss des anderen riechen, und der intensive gemeinsame Denk- und Diskussionsprozess schweisste sie zu einer gemeinsamen Strategie zusammen.

Der amerikanische Milliardär Charlie Munger sagte: «Der einzige Weg, Risiken zu minimieren, ist Denken.» Wo finden Führungskräfte Platz, Zeit und Vertraute, um gemeinsam selber zu denken?

S wie Sustainability

U wie Urbanisierung

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S wie Sustainability

Hätte der kursächsische Oberberghauptmann Hannß Carl von Carlowitz aus dem Erzgebirge jemals daran gedacht, dass sein Prinzip der «Nachhaltigkeit» einmal Weltruhm erlangen würde?

Dabei ist es ganz einfach: Der Vater pflanzt die Bäume, der Sohn hegt und pflegt sie, der Enkelsohn fällt sie.

Eigentlich geht es dabei um einen ökonomischen Kulturkampf: Ich verzichte auf schnelle Gewinne, um heute in die Zukunft zu investieren, damit meine Nachfahren in ihrer zukünftigen Gegenwart die Rendite haben werden. So, wie bereits meine Väter und Vorväter damals vorausschauend in meine Gegenwart investiert haben.

Worin nun besteht der Kulturkampf? Die Grundlage ist kein Denken in Quartalsabschlüssen, sondern in mehreren Menschengenerationen. Und dies braucht eine Ethik, die nicht die eigene Gegenwart maximiert, sondern die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder ermöglichen will.

R wie Ressourcen

T wie Think Tank

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R wie Ressourcen

Ressourcen: ein technisch anmutendes Fachwort, doch es steht für die verschiedensten Voraussetzungen zum Leben.

So bezieht sich die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs auch auf die Erschliessung von Quellen. Und Fortschritt ging immer einher mit der Erschliessung neuer Quellen. Oder mit der effizienteren und effektiveren Nutzung von Quellen.

Technischer Fortschritt resultierte nicht selten aus der Erfahrung von Knappheit und der Konfrontation mit Begrenztheit und der Bereitschaft, diesen Grenzen nicht einfach mit Verzicht und Selbstbegrenzung zu begegnen, sondern diese Grenzen zu überwinden. Denn sowohl die persönliche Biografie eines Menschen als auch die historische Geschichte der menschlichen Gesellschaft bestehen aus Grenzerfahrungen und der Frage, wie der Mensch mit diesen Grenzen umgeht.

Die Menschheit ist lernfähig und in der Lage, auf neue Herausforderungen mit neuen Lösungsansätzen zu reagieren. Darum ist schon manche Prognose nicht eingetroffen, weil neue Lösungen gefunden wurden. Und so wird die kommende Generation Mittel und Wege finden müssen, da noch nie so viele Menschen dieselben Ressourcen begehrt haben.

Noch nie ist eine Gesellschaft so selbstverständlich wie heute davon ausgegangen, rund um die Uhr und billig über Ressourcen verfügen zu können. Verzicht ist aktuell keine gesellschaftlich akzeptierte Option. Deshalb bestehen grosse Anstrengungen, immer neue Mittel und Wege zu suchen, um über knappe Ressourcen zu bestimmen.

Im Laufe der Geschichte kamen und gingen Weltmächte. Auf dem Höhepunkt eines schier grenzenlosen Wohlstands entglitt ihnen meistens die Bereitschaft, sich mit Herausforderungen auseinanderzusetzen. Stattdessen fielen sie in die Dekadenz und wurden von aufstrebenden Mächten überrollt. So thematisiert Europa seit einer Generation die Angst vor dem Islam und vor Asien. Übrigens nicht das erste Mal in der Weltgeschichte.

China bringt sich strategisch in Position, um künftige Ressourcen kontrollieren zu können. Durch direkte Positionierung in afrikanischen Ländern, die über Rohstoffe verfügen, welche Voraussetzungen für Spitzentechnologie sind. Durch die Investition in Verkehrs- und Infrastrukturanlagen, mittlerweile auch schon in Afrika. Durch den systematischen Aufkauf von Patenten aus den Bereichen der Umwelttechniken und Alternativenergien.

In der Schweiz ist uns seit Jahrhunderten bewusst, dass wir über keine Bodenschätze als Ressourcen verfügen. Und dass wir zu wenig militärische Macht haben, um fremde Bodenschätze mit Gewalt zu erobern. Deshalb war es immer typisch schweizerisch und wird es typisch schweizerisch sein, sich in der Schweiz spezifische Kompetenzen zu erwerben: im Umgang mit nachwachsenden Ressourcen der Natur, im Handel und Transport von Ressourcen unter schwierigen Umständen, in der Entwicklung von Beziehungen und von menschlichen Fähigkeiten als humanen Ressourcen.

Q wie Quorn

S wie Sustainability (folgt demnächst)

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Q wie Quorn

Hunger ist seit Menschengedenken eines der grössten Probleme der Menschheit.

Die UNO schätzt, dass heute über 800 Millionen Menschen hungern. Quorn steht stellvertretend für industriell hergestellte Nahrungsmittel. Es ist ein proteinreiches und cholesterinarmes Gemisch aus Schimmelpilzmyzel, das mit Vitaminen und Mineralien angereichert und zu vegetarischem Fleischersatz verarbeitet wird.

Schweizer stellen hohe Ansprüche an Nahrungsmittel. Gesund müssen sie sein, natürlich, ästhetisch gefällig und typisch schweizerisch. Oder vielleicht so exotisch, wie wir uns unseren Urlaub vorstellen.

Offensichtlich ist der Mensch keine biologische Maschine, die Essen rein funktionell als Aufnahme von Treibstoff versteht. Essen besitzt eine wichtige kulturelle und soziale Bedeutung, ja manchmal sogar eine religiöse Komponente. Gemeinsames Jagen oder Ernten, gemeinsames Kochen und Essen haben eine zentrale gesellschaftliche Bedeutung – und eine nostalgische Note. «Das schmeckt wie beim Grosi» ist wohl eine der höchsten kulinarischen Auszeichnungen in der Schweiz.

Trotzdem hat in unserer Generation Fast Food einen wichtigen Platz in der Ernährung eingenommen, solange es so aussieht, riecht und schmeckt, wie wir uns Essen vorstellen. Astronautennahrung hat einen schwierigen Stand ausserhalb der Raumkapsel und jenseits von Kindergeburtstagsfesten. Doch verschiedene Entwicklungen werden unsere Essgewohnheiten weiter beeinflussen. Zwar legen LOHAS grossen Wert auf natürliches, gesundes und authentisches Essen. Eine klare regionale Identifizierung, die die Exklusivität einer Speise unterstreicht und ihr beinahe kunsthandwerkliche Qualität verleiht, steigert den Liebhaberpreis durchaus.

Doch Nahrung als Ressource ist global zu wichtig, als dass sie sich hinfort an unseren traditionalistischen Vorstellungen orientieren könnte. Oder wenn wir aus Gründen der globalen sozialen Gerechtigkeit beginnen werden, ganzheitliche Verkehrs-, Energie-, CO2- und Ressourcenbilanzen für den Herstellungsprozess unserer Nahrungsmittel auszurechnen – so, wie dies heute in den Schulen bereits thematisiert wird. Demnach ist zu erwarten, dass auch bei der Nahrung die Akzeptanz gegenüber neuen Materialien und Gemischen aufgrund sowohl ethischer Verantwortung als auch finanzieller Knappheit weiter zunehmen wird – gegenüber Fleisch- und Fischresten, die wir heute an Tiere verfüttern, oder gegenüber Insekten, die schon heute in Asien und Afrika gegessen werden. Was durchaus traditionell wäre, denn einst hat in Europa die breite Bevölkerung Brei und Eintopf gegessen. Hauptsache, das Essen wird weiterhin so aussehen, riechen und schmecken, wie wir das heute von Essen erwarten – mindestens als Hamburger, Fischstäbchen oder Dosenravioli.

P wie Patente

R wie Ressourcen

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P wie Patente

In einer Gesellschaft, die sich an einem wirtschaftlichen Weltbild orientiert, sind Patente existenziell, denn Patente sichern das exklusive Recht, eine Erfindung selbst kommerziell zu verwerten respektive dies anderen zu erlauben oder zu verbieten. In einer Welt, in der das Streben nach Innovationen und Verbesserungen eine der höchsten Tugenden darstellt, sollen Patente die ökonomischen Grundlagen dieses Strebens sichern. Wer die Forschungs- und Entwicklungskosten trägt, hat Anrecht auf eine angemessene Rendite.

Als Bauern würden wir sagen: Nur derjenige darf ernten, der auch gesät hat. Nur derjenige darf Äpfel ernten, der den Baum gepflanzt hat.

Und diese Äpfel zeigen uns, weshalb dieses Prinzip heute gefährdet ist: Viele Bäume wurden nämlich von Vorgängern gepflanzt. Warum soll also nicht die ganze Nachwelt am Nutzen partizipieren dürfen? Und Mundraub ist doch kein Diebstahl, schliesslich bin ich auf meinem Sonntagsspaziergang gerade jetzt so hungrig und die Shops sind alle so weit weg und es hängen noch genug andere Äpfel am Baum. Und der Apfel hängt über dem öffentlichen Weg. Und überhaupt …

So scheint angesichts der Dynamik im virtuellen Raum der Schutz von geistigem Eigentum kaum noch möglich zu sein. Ein Musikstück, ein Film, ein Foto, eine Geschäftsidee, ein Konstruktionsplan – der Cyberspace ist öffentlicher Raum; also bedient sich die weltweite Cybercommunity in selbstverständlicher Weise. Früher nannte man das «volkseigenen Besitz». Der Besitzer des Patents darf das Patent gerne weiterhin besitzen – aber im Cyberspace will ich es selbstverständlich gratis nutzen dürfen. Was dieses Verständnis von Eigentum für zukünftige Generationen heissen könnte, gehört aus Sicht der liberalen Marktwirtschaft in den Bereich des «Doom Saying».

O wie Orakel

Q wie Quorn

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O wie Orakel

Die Zukunft ist unbekannt.

Und auch Führungskräfte scheuen Unbekanntes, denn dies birgt Risiken, die man schlecht abschätzen kann. Deshalb wird versucht, mit rationalen Methoden zukünftige Risiken abzuschätzen. Und mit irrationalen Methoden. Dazu gehört seit Menschengedenken der Glaube, dass es Götter gibt, deren Wissen und Handeln unabhängig von der Zeit sind. Götter sind quasi Zeitreisende. Oder mindestens Zeitwissende.

Und es gibt Menschen, die glauben, dass die Götter dieses Wissen mit Menschen teilen – über Propheten, Schamanen und Seher. Oder über das berühmte Orakel von Delphi. Zumindest glaubten das griechische Könige wie Alexander der Grosse, Krösus und Pyrrhus, die diesen Service in Delphi einkauften.

N wie Nanotechnologie

P wie Patente

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N wie Nanotechnologie

Nanotechnologie ist eines der Trendworte für Fortschritt. Für technischen Fortschritt. Für kontrovers und emotional diskutierten technischen Fortschritt.

Fortschritte in Materialtechnologie sind einer der grossen Treiber des Fortschritts in unserer Gesellschaft. Sie haben uns entscheidende Vorteile in Sicherheit und Bequemlichkeit gebracht. Doch Fortschritt bedeutet immer auch Veränderung und Konfrontation mit Neuem. Und Fortschritt bedeutet auch weg von der Natur und hin zu einer Kultur.

Ausgehend vom Gedanken, dass in Tat und Wahrheit niemand wirklich «zurück zur Natur» will. Zur Erholung in die ruhige, blühende und schmetterlingsschwangere Umwelt schon – aber wirklich zurück zur Natur? Also quasi in die Steinzeit, als wir noch Kleider aus Pelz trugen, Feuer aus Steinen schlugen und Kannibalismus noch kein Tabu, sondern Ausdruck der damaligen Werthaltung war.

Klar, so extrem denkt das natürlich niemand. Aber im Prinzip geht es eben doch um die Angst vor Neuem, vor Unnatürlichem, vor Menschgemachtem, dessen Risiken und Auswirkungen wir noch nicht aus Jahrzehnten eigener Erfahrung abschätzen können.

Ein wichtiger Aspekt des technischen Fortschritts ist die Verkleinerung – bis hin zur Unsichtbarkeit. Denn «nãnos» steht für «Zwerg». Ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter und ist folglich ungefähr 2 000-mal dünner als ein Haar. Aufgrund dieser Winzigkeit weisen künstlich hergestellte Nanomaterialien neue Eigenschaften und Funktionen auf. Und da die menschliche Gesellschaft keinerlei Erfahrung mit solchen «Kleinigkeiten» hat, ist das eigentlich unvorstellbar. Kann es wirklich sein, dass diese neuartigen synthetischen Materialien für Mensch und Umwelt unbedenklich sind? Die Fortschritte in der Nanotechnologie eröffnen ungeahnte neue Möglichkeiten, gerade in den Bereichen Medizin, Ernährung, Abfall und Umwelt.

Beinahe zu schön, um wahr zu sein, denn solche risikolosen Wunder erhoffte sich die Generation unserer Grosseltern auch schon von der Nukleartechnologie. Angst vor neuen Technologien, die die Welt und die Gesellschaft verändern könnten, begegnen wir am besten mit öffentlichen Diskussionen zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft.

M wie Migration

O wie Orakel (folgt demnächst)

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