R wie Ressourcen

Ressourcen: ein technisch anmutendes Fachwort, doch es steht für die verschiedensten Voraussetzungen zum Leben.

So bezieht sich die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs auch auf die Erschliessung von Quellen. Und Fortschritt ging immer einher mit der Erschliessung neuer Quellen. Oder mit der effizienteren und effektiveren Nutzung von Quellen.

Technischer Fortschritt resultierte nicht selten aus der Erfahrung von Knappheit und der Konfrontation mit Begrenztheit und der Bereitschaft, diesen Grenzen nicht einfach mit Verzicht und Selbstbegrenzung zu begegnen, sondern diese Grenzen zu überwinden. Denn sowohl die persönliche Biografie eines Menschen als auch die historische Geschichte der menschlichen Gesellschaft bestehen aus Grenzerfahrungen und der Frage, wie der Mensch mit diesen Grenzen umgeht.

Die Menschheit ist lernfähig und in der Lage, auf neue Herausforderungen mit neuen Lösungsansätzen zu reagieren. Darum ist schon manche Prognose nicht eingetroffen, weil neue Lösungen gefunden wurden. Und so wird die kommende Generation Mittel und Wege finden müssen, da noch nie so viele Menschen dieselben Ressourcen begehrt haben.

Noch nie ist eine Gesellschaft so selbstverständlich wie heute davon ausgegangen, rund um die Uhr und billig über Ressourcen verfügen zu können. Verzicht ist aktuell keine gesellschaftlich akzeptierte Option. Deshalb bestehen grosse Anstrengungen, immer neue Mittel und Wege zu suchen, um über knappe Ressourcen zu bestimmen.

Im Laufe der Geschichte kamen und gingen Weltmächte. Auf dem Höhepunkt eines schier grenzenlosen Wohlstands entglitt ihnen meistens die Bereitschaft, sich mit Herausforderungen auseinanderzusetzen. Stattdessen fielen sie in die Dekadenz und wurden von aufstrebenden Mächten überrollt. So thematisiert Europa seit einer Generation die Angst vor dem Islam und vor Asien. Übrigens nicht das erste Mal in der Weltgeschichte.

China bringt sich strategisch in Position, um künftige Ressourcen kontrollieren zu können. Durch direkte Positionierung in afrikanischen Ländern, die über Rohstoffe verfügen, welche Voraussetzungen für Spitzentechnologie sind. Durch die Investition in Verkehrs- und Infrastrukturanlagen, mittlerweile auch schon in Afrika. Durch den systematischen Aufkauf von Patenten aus den Bereichen der Umwelttechniken und Alternativenergien.

In der Schweiz ist uns seit Jahrhunderten bewusst, dass wir über keine Bodenschätze als Ressourcen verfügen. Und dass wir zu wenig militärische Macht haben, um fremde Bodenschätze mit Gewalt zu erobern. Deshalb war es immer typisch schweizerisch und wird es typisch schweizerisch sein, sich in der Schweiz spezifische Kompetenzen zu erwerben: im Umgang mit nachwachsenden Ressourcen der Natur, im Handel und Transport von Ressourcen unter schwierigen Umständen, in der Entwicklung von Beziehungen und von menschlichen Fähigkeiten als humanen Ressourcen.

Q wie Quorn

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5 Gedanken zu „R wie Ressourcen

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