Corona-Learnings

Umgang mit Halb-WIssen und Nicht-Wissen

13. – 15. August 2020 in Bern, Atelier Stankiewitz

Die ausserordentliche Corona-Lage führte dazu, dass wir individuell und als Gesellschaft eine
höchst anspruchsvolle Mischung aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität
(Mehrdeutigkeit) erlebt haben (VUCA). Was können wir für konstruktive Schlüsse ziehen?

Flyer für Download

Ein Praxistraining für Führungspersonen, Agile Teams, Ausbildnerinnen und Expertinnen.
mit dem Leadershiptrainer Prof. FH Thomas Stankiewitz & Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker

Zur ausserordentlichen Lage Corona wird Vieles geschrieben, behauptet, spekuliert usw. Wir halten uns bewusst aus den unserer Ansicht nach oft spekulativen Aussagen zurück – wir sind keine Mediziner und schon gar nicht diejenigen, welche nun abschliessend „wissen“ und DAS Allerheilmittel, DEN Weg oder DIE Antwort vermitteln könnten…

Unser Ansatz ist unsere Beobachtung und die Schlussfolgerung, dass uns die ganze Corona-Geschichte deutlich vor Augen geführt hat, dass wir oft mit Halb- oder Nicht-Wissen unterwegs sind – und uns der gesicherte Zugang zu umfassendem Wissen meist fehlt. Wir sind uns gewohnt und gehen in unserer Kultur oft von der Grundannahme aus, dass wir mit den notwendigen Instrumenten und Handlungen Zugang zu gesichertem Wissen haben – Wir leben in unserem beruflichen und privaten Kontext mit der Prämisse eine Wissensgesellschaft zu sein.

Was ist, wenn uns trotz grosser Anstrengungen nur Halb-Wissen oder Nicht-Wissen zur Verfügung steht? DAS ist gemeint mit den Modeworten Industrie 4.0, Digitalisierung, Agilität, VUCA-Welt, u.s.w… Wir sind der Auffassung, dass uns die Corona-Geschichte hat erleben lassen, wie es sich anfühlt mit Halb-Wissen und Nicht-Wissen zu leben – und dabei trotzdem Entscheidungen treffen zu „müssen“ und ins Agieren zu kommen. Diese Schlüsselkompetenz unserer aktuellen Welt, wird beim Seminar CIS Corona-Learnings trainiert.

Zur Bearbeitung der Corona-Learnings werden wir uns auch mit der relevanten unserer Persönlichkeitsprofile befassen.

Unterschiedliche Menschen erleben das „Gleiche“ unter Umständen diametral anders. Wo einzelne Chancen sehen, empfinden andere ausgerechnet grosse Risiken – das ist zentral im Umgang mit Komplexität.

Tag 1: 13. Aug. 2020 Rückblick? – Welche Grundannahmen zeigte unser Umgang mit Corona
Ein Versuch zu erfassen, was wir anlässlich Corona über unsere Grundannahmen gespiegelt bekommen haben. Corona als konkretes Erleben der VUCA-Welt

Tag 2: 14. Aug. 2020: Und jetzt? – Was und wie agiere ich mit der Unsicherheit – z.B. einer 2. Welle? „Und jetzt? Kommt die 2. Welle? Wie gehen wir mit dieser Unsicherheit um und mit welchen Paradigmen und Strategien versuchen wir erfolgreich zu sein?

Tag 3: 15. Aug. 2020: Ausblick? – Mit welchen Grundannahmen gehe ich in die Zukunft?
Langfristig – Was wird anders sein? Wo und wie ändere ich allenfalls meine Prämissen & Grundannahmen? Was soll meine Herangehensweise sein im Umgang mit Unsicherheiten? Komplexität? Mehrdeutigkeit? Fehlplanung?

Investition / Kosten: 1600.-CHF 10% Rabatt im Kombi Seminar Persönlichkeitsgerechte Digitalisierung 11.-12. Aug. 2020

Anmeldung / Rückfragen :

Thomas Stankiewitz 0041 79 777 45 83

Dr. Andreas M. Walker via Kontaktformular

Thomas Stankiewitz ist Unternehmer und Experte für Leadership. Seine Arbeit als Führungscoach ist geprägt von der Überzeugung, dass weiche und harte Faktoren unbedingt in Balance zusammen gehören. Prof FH/HF Thomas Stankiewitz engagiert sich als Trainer, Mediator und Dozent in den Themen Leadership, Konflikt, Change und Innovation. Er lebt seine Kompetenzen oft als moderner Hofnarr.

Dr. Andreas M. Walker zählt zu den führenden Zukunfts- und Veränderungsexperten der Schweiz. Er ist Autor mehrerer Bücher und ein gefragter Referent. Bereits vor 15 Jahren machte er auf die Risiken zukünftiger Pandemien aufmerksam. Das Beschreiben grosser Zusammenhänge und das frühzeitige Erkennen von Veränderungen gehören zu seinen Kernkompetenzen. Er ist bekannt als wacher Denker.

swissfuture Hoffnungsbarometer für 2016: Grosse Hoffnung auf harmonisches Privatleben

Life.

Die Schweizer Bevölkerung schaut für das eigene private Leben auf optimistisch hohem Niveau ins neue Jahr 2016 – dies obwohl die Erwartungen an die Wirtschaft in Folge gefallen sind. Die Zufriedenheit für das private Leben ist erstaunlich hoch, trotz der unterdurchschnittlichen Zufriedenheit mit den Bereichen Politik, Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Sind die Schweizerinnen und Schweizer derart unabhängig in ihrer persönlichen Zufriedenheit gegenüber den Veränderungen im Umfeld oder findet hier ein Rückzug ins Privatleben statt?

So ergibt die aktuelle Umfrage von swissfuture, dass für die Menschen in der Schweiz die Hoffnungen auf eine glückliche Ehe und Familie, ein harmonisches Leben und vertrauensvolle Beziehungen mit den Mitmenschen wichtiger sind als Erfolg oder mehr Geld, die Eurokrise und die wirtschaftspolitischen Debatten scheinen noch nicht im Privatleben angekommen zu sein. Insbesondere das Bedürfnis nach Harmonie ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die wachsende Hoffnung auf mehr Sicherheit im eigenen Umfeld scheint eine Reaktion auf die wachsende Terrorbedrohung zu sein. In steigendem Masse sehen die Umfrageteilnehmenden die Verantwortung für ihre Hoffnungen primär bei sich selbst und ihrem engen persönlichen Umfeld, dagegen wird in Fachleute, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter deutlich weniger Hoffnung gesetzt.

Obwohl Einwanderer in punkto Arbeitsmarkt und bezüglich Gesundheits- und Sozialsystem eher als Bedrohung empfunden werden, betrachtet trotzdem eine Mehrheit der Bevölkerung Einwanderer im Allgemeinen als einen Gewinn für die Wirtschaft. Bezüglich der kulturellen Folgen von Einwanderern gibt es eine Polarisierung in der Gesellschaft.

swissfuture, die 1970 gegründete Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung, erhebt seit 2009 jährlich das Hoffnungsbarometer als grosse Internet-Umfrage. Im November haben europaweit über 30‘000 Personen an der Umfrage teilgenommen, für die Schweiz wurden 9‘496 Fragebögen ausgewertet. Das Hoffnungsbarometer wird jährlich von Dr. Andreas Krafft, Vorstand swissfuture und Dozent an der Universität St. Gallen, in Zusammenarbeit mit Professoren und Dozenten der Universitäten F-Rennes, CZ-Brno, Malta und PL- Bydgoszcz weiterentwickelt und ausgewertet. Das Hoffnungsbarometer wurde 2009 vom swissfuture Präsident Dr. Andreas M. Walker begründet.

www.swissfuture.ch

www.hoffnungsbarometer.ch

Hier geht es zum Bericht => swissfuture Hoffnungsbarometer für 2016 – medienmitteilung CH – kurz

What are your best experiences in 2014 and your hopes for 2015?

Forget for a while your worries, concerns and fears. What are your hopes, wishes and expectations for the coming year?  Think about what you want, what you believe in and on your capabilities.

This survey is being run by Swissfuture with an international partnership with the the University of St. Gallen in Switzerland, the Centre for Resilience and Socio-Emotional Health at the University of Malta  and other Universities in France and in the Czech Republic.

The analysis of the results will be totally anonymous and used only for scientific purposes.

 

https://jfe.qualtrics.com/form/SV_e5QTmBzv5cyca0t

Hoffnungsbarometer 2015 ist gestartet – welches sind Ihre Hoffnungen für 2015?

Was waren Ihre schönsten Erfahrungen in 2014?
Worauf hoffen Sie 2015?

Vergessen Sie für einen Moment Ihre Ängste und Sorgen. Welches sind eigentlich Ihre Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen für das kommende Jahr?
Bei der Beantwortung unserer Fragen geht es um Ihre persönliche Meinung. Nehmen Sie sich eine Viertelstunde Zeit. Geben Sie spontane Antworten.

swissfuture führt diese Hoffnungsumfrage zum sechsten Mal durch, verantwortlich sind Dr. Andreas Krafft und Dr. Andreas M. Walker. Die Auswertung geschieht anonym und nach wissenschaftlichen Kriterien.

Hier geht es direkt zum Fragebogen.

Digital Immigrant meets Digital Natives

Mein Referat an der ZKM 2014 ist vollständig online: ab 1:16:40

https://www.youtube.com/watch?v=cyS_f3a9PwU&feature=share

Achtung – Der Bildschirm mit den Powerpoint-Folien ist immer eine Folie voraus 🙂

Tag 0 verpasst – und nichts ist passiert?

Halt, war nicht gestern dieser Tag, dieser Tag, auf den die weiterdenkerin und der weiterdenker ihren Countdown (mit einigen Aussetzern) runter gezählt haben.

Hat am Schluss etwa auch noch der grosse Start, der grosse Neuanfang, ausgesetzt. Was war denn jetzt nur los am 5. Oktober 2014?

 

 

Also, lassen wir die Katze aus dem Sack – bei uns beiden ist nichts passiert, weder geplant noch ungeplant, weder beruflich noch privat, weder eine neue Firma noch ein fünftes Kind.

Enttäuscht? Falsche Erwartungen gehegt? Falsche Erwartungen aufgebauscht?

 

 

Aber irgendetwas muss doch gewesen sein?

Oh ja, am 5. Oktober 2014 ist sehr wohl etwas passiert, das relevant ist, das möglicherweise sogar sehr relevant werden wird. Aber was bloss? Tageszeitung aufschlagen, im gestrigen Internet surfen (ach, das geht ja so schlecht) … was war es denn bloss?

Ganz ehrlich, ich musste gestern auch lange suchen, bis ich aktuelle deutschsprachige Medienberichte darüber gefunden habe. Etwas, was direkt 1,1 Milliarden Menschen bewegt, und 1 weitere Milliarden Menschen wohl indirekt. Und die Medien schreiben nicht darüber? So viel zum Thema Meinungsbildung durch die Medien.

Am 5. Oktober 2014 hat in Rom eine ausserordentliche Generalversammlung der Bischofssynode begonnen.

Und das soll wichtig sein? Nun ja, 1,1 Milliarden Katholiken sind direkt betroffen, denn noch immer ist der Vatikan einer der grössten und einflussreichsten Think Tanks der Welt.

Auch wenn wir Mitteleuropäer das aus unserer Nabelschau heraus nicht wahrnehmen wollen. Auch wenn die katholische Kirche gerade in der Schweiz (in den letzten 100 Jahren von 43% auf 38% der Wohnbevölkerung gefallen), gerade in Basel (in den letzten 30 Jahren von 29% auf 15% der kantonalen Wohnbevölkerung gefallen), an Bedeutung verlieren.

Wie heissen doch gleich wieder diese Megatrends? „Globalisierung“? Und „Cyber Space“? Aha, unsere regionale Nabelschau und unsere regionale kirchenpolitische Agenda sind vielleicht gar nicht so wichtig, weil es da draussen noch eine andere Welt gibt?

Und was ist wieder das Thema dieser Bischofskonferenz? Die Familie.

Aha, jetzt kommen wir der Sache näher, weshalb das uns sehr wohl etwas angeht.

Denn immerhin werden der weiterdenker und die weiterdenkerin nächstes Jahr ein Vierteljahrhundert verheiratet sein und haben dabei Höhen und Tiefen erlebt und überlebt.

Und wir sind in dieser Zeit vierfache Eltern geworden und wollen diese Kinder bewusst erziehen und auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben schrittweise begleiten.

Und die Wahl zukünftiger Partnerinnen und Partner und die Wahl der Beziehungsform und des Zivilstandes werden dabei sehr konkret werden.

Übrigens hat sich die katholische Kirche hat relativ breit auf diese Synode vorbereitet und eine breite Umfrage durchgeführt.

Und die deutschsprachigen Medien haben gestern sehr wohl darüber berichtet, auch wenn ich gezielt suchen musste, beispielsweise:

Und in der Schweiz? Nun ja, hier wurde ich im schweizerischen Medienwald jenseits der katholischen Pfarrblätter nur einmal fündig:

Aus medialer Sicht scheint also „Familie“ primär etwas mit „Sex“ zu tun zu haben?

Andere Kirchen haben sich vor kurzem ebenfalls platziert – die eine wollte zeigen, wie modern sie ist und was sie unter Kirche im 21. Jahrhundert versteht – die Evangelische Kirche in Deutschland – und hat damit innerkirchlich sehr viel Opposition ausgelöst.

Wie auch unser Hoffnungsbarometer zeigt, sind Themen um Ehe und Familie hochaktuell.

Und die Fragen um die Rechtsform und den Zivilstand gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sind politisch hochaktuell. Und im direkten Zusammenhang damit das Verständnis, was eigentlich Eltern sind und wer unter welchen Umständen Eltern werden darf und wer nicht.

Und mit diesem Themenbereich wollen sich der weiterdenker und die weiterdenkerin zukünftig auf ihrem gemeinsamen Blog auseinandersetzen. Denn diese Themen will ich nicht einfach den staatlichen Experten und den Kirchen überlassen – diese Themen gehen uns alle etwas an.

Wie werden denn nun Beziehungsformen der Zukunft aussehen? Eheliche und andere? Und wie wird die Familie der Zukunft aussehen? Und was bedeutet das für den Mann der Zukunft und für die Frau und die Kinder?

Ist es denn für einen Zukunftsforscher nicht rufschädigend, wenn er sich aktiv und öffentlich mit so konservativen Themen wie der katholischen Kirche und dem christlichen Ehe- und Eltern- und Familienverständnis auseinandersetzt? Diese Frage wurde mir allen Ernstes mehrfach gestellt.

Doch, wir sind zutiefst von der Wichtigkeit dieser Themen überzeugt, denn die meisten von uns sind ganz konkret und hoch emotionell davon betroffen. Auch wenn diese Themen in dieser Form in meiner Berufsbranche kaum diskutiert werden. Denn die Zukunftsforschung beschäftigt sich meistens mit „wichtigen“ Themen aus der Wirtschaft, oder aus den Bereichen Energie, Umwelt, Klima. Oder aus dem Cyber Space.

Aber wie werden nun die Zukunft von Ehe und Familie aussehen? Das überlassen wir nicht nur der Ausserordentlichen Bischofssynode in Rom.

Damit beschäftigen auch wir uns zukünftig auf unserem gemeinsamen Blog, der hiermit einen Neustart erfährt.

So wie auch eine Ehe wieder und wieder Neustarts erfahren muss.

Denn schliesslich soll unserer Lebensabschnitt der gemeinsamen Ehe lange dauern, so Gott will sehr lange. In einer Welt, die sich ändert und die unsere Bedürfnisse und unsere Wahrnehmung und unsere Werte beeinflusst. Und die auch Formen und Inhalte von Ehe und Familie beeinflusst.

Noch 2 Tage – aller guter Dinge sind zwei

Zahlen, Zahlen, Zahlen.

Möglichst viel, möglichst gross, möglichst unzählbar. Wertepluralismus. Biodiversifikation. Bad in der Menge. Möglichst viele Besuche auf meiner Internet Site. Möglichst viele Facebook Friends. Die Soziologen predigen die Theorie der Weak Tails. So steigt in einem quantitativ orientierten Weltbild die Chance, dass mindestens einer mein Kunde wird. Dass mindestens einer mir helfen kommt.

Halt, Stopp! Doch alles anders. Alleinstellungsmerkmal. USP. Individualismus. Selbstbestimmung. Nur ich bin ich und ich erfinde mich täglich neu. Innovativ. Kreativ. Einzigartig. Jeder ist sich selbst der nächste. Und mich versteht ja sowieso keiner richtig ausser ich selbst.

Wie häufig sind wir hin und her gerissen, unseren Platz zu finden. Mitten in der unzählbaren Masse und doch schrecklich alleine.

Mann UND Frau. Trotz Gefasel von Polyamorie, Haremsträumen und der Skurrilität eines asiatischen Hirtenstammes, in dem es zwei Männer braucht, um eine Frau zu ernähren. Und über 50 verschiedenen Facebook Genders. Ein Mann und eine Frau, die sich als Gegenüber begegnen. Quer durch Jahrtausende hindurch immer wieder. Quer durch Kulturen und durch Religionen hindurch. Ein Mann und eine Frau ergeben eine Zweisamkeit, die gemeinsam die Grundlage für die Elternschaft einer Familie legen.

Zwei Geschlechter: und die politische Gender-Diskussion tobt. Konservativ. Fundamentalistisch. Altmodisch. Wir leben doch im 21. Jahrhundert.

Aha, und was hat das damit zu tun? Auch im 21. Jahrhundert bestätigen die grossen Jugendumfragen immer wieder, was uns die Lyrik seit Jahrhunderten sagt: Mädchen sind auf der Suche nach ihrer einen grossen Liebe, nach ihrem Traumprinzen. Eine junge Frau und ein junger Mann. Empirisch erhoben und wieder und wieder empirisch bestätigt, gerade auch im 21. Jahrhundert.

Aber das gilt nicht für alle? Da gibt es Ausnahmen, da gibt es Menschen, die anders sind. Nun ja, möglich, wir sind ja auch individuelle Menschen und nicht nach Schablone am Band gefertigte Roboter. Da mag es Varianten, Ausnahmen und Skurrilitäten geben. Auch wenn Industrie und Staat seit zwei Jahrhunderten immer wieder versuchen, uns zu normieren.

Eine Zweisamkeit aus einem Mann und einer Frau, die zusammen findet, um Leben zu ermöglicht. Ausnahmen mag es geben, aber wie lautete doch das alte Sprichwort: Ausnahmen bestätigen die Regel. Aller guten Dinge sind zwei: ein Mann und eine Frau.

Noch 4 Tage – Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Ja, Sie haben es gemerkt, dieser Blog hätte gestern Abend erscheinen sollen … aber der Champions League Fussballmatch FC Basel – Liverpool war den Männern in meiner Familie einfach wichtiger …

Der Advent ist gerade in einer Familie mit Kindern ein klassischer Abzähl-Monat. Sei es die täglich brennende Adventskerze, oder sei es der traditionelle Adventskranz an den Sonntagen vor Weihnachten.

Advent, eigentlich Adventus Domini, also die Ankunft des Herrn, entsprach ursprünglich dem griechischen Begriff Epiphanias, was für Erscheinung steht – womit wir plötzlich wieder sehr nahe bei der Apokalypse sind, die ja eigentlich für Enthüllung bzw. Entschleierung steht.

Offensichtlich ist unsere Gesellschaft ganz schön durcheinander geraten, was denn nun gute und was schlechte Veränderungen, Entwicklungen und Erwartungen sind. Viele Begriffe werden nicht mehr als das verstanden, was sie eigentlich aussagen. Viele Modelle und Konzepte werden nicht mehr verstanden.

Hand aufs Herz – wie viele fühlen sich nicht schlichtweg emotional überfordert, sich in einem mehrfach dynamischen Umfeld bewegen zu müssen, in dem individualistisch und wertepluralistisch bei jeder Gelegenheit mit neuen Partnern ausgehandelt werden muss, ob die aktuelle Ausrichtung, der neue Weg und das neue Ziel denn nun positiv oder negativ zu beurteilen sei. Die Globalisierung der verschiedenen Kulturen und Religionen und die Notwendigkeit des transdisziplinären Zusammenarbeitens der verschiedenen Berufsgattungen trägt ihren Teil zu diesem unermesslichen Verhandlungsnotstand bei.

Und ich erinnere mich noch gut an ein Ethikseminar, das ich vor Jahren mit Wirtschafts- und Rechtsstudierenden der Université de Fribourg durchgeführt habe. Auf meine Frage, welches denn ihre persönlichen Werte seien, antworteten diese jungen Leute (heute würden wir sagen die Generation Y): „Es kommt darauf an.“ Und sie schilderten mir, wie sie in ihrem Tagesablauf ihre sozialen Milieus wechseln und davon abhängig auch die Werte: Am Frühstückstisch noch bei den Eltern, dann an der Uni mit dem Professor, über Mittag in der Mensa mit den Kommilitonen, nachmittags bei einem Job, abends im Sport oder im Ausgang oder mit der Freundin. Und jedes Mal wird das persönliche Werte-Milieu den Umständen angepasst. Wie hiess es doch gleich? „Wer bin ich – und wenn ja – wie viele?“

Werte scheinen also kein Bestandteil einer authentischen Identität, keine verlässliche moralische Orientierungshilfe in schwierigen Entscheiden mehr zu sein. Werte der Ethik scheinen Verhandlungssache zu sein – abhängig vom Milieu, abhängig von den Umständen, wohl sogar abhängig von der Tages- und Jahreszeit? Wir erleben also das Phänomen einer Situations-Ethik.

Wären wir wirklich erstaunt, wenn nach der grossen Freiheit und Dynamik der Postmoderne sich nun eine neo-konservative Renaissance anbahnen würde? Und wenn wir in die Zeitschriftenmagazine (Landlust, Landleben …), in die Möbel- und Einrichtungsgeschäfte (Blümchentapeten und Blümchengeschirr) und auf die aktuellen Volksabstimmungen schauen, fragen wir uns zu recht, ob ein gewisser Neo-Konservativismus in der Bevölkerung nicht schon viel präsenter ist, als dies uns links-liberalen Intellektuellen eigentlich lieb ist …

Und aus Prinzip verurteilen und verspotten wir als Intellektuelle und Medienschaffende alles, was konservativ anmutet, sehr schnell, ohne die Botschaft dahinter ernst zu nehmen. Nein – das ist kein Comeback der Moderne, nein, das ist kein Comeback des Mittelalters … was wir erleben sind Anzeichen eines neuen „Biedermeier“.

Übrigens – werden Sie in zwei Monaten die Adventszeit begehen? Ja, ich verwende benutzt diese altertümliche Formel des „Begehens“. Nicht – stürzen Sie sich in den Shopping- Rummel, um dann Geschenke auszutauschen, von denen Sie die Hälfte weder wollen noch gebrauchen können. Nicht – nehmen Sie an den zahlreichen kulturellen und kulinarischen Events teil.

„Gehen“ Sie den Weg der Adventszeit – als einem schrittweisen Abzählen eines Weges? Sei dies auf eine Ankunft, eine Erscheinung oder eine Entschleierung hin.

Noch 5 Tage – The Final Countdown – die Apokalypse scheint unausweichlich

Überraschenderweise existiert in unserer Gesellschaft die weit verbreitete Meinung, dass unsere guten Tage – als die 70 fetten und friedlichen Jahre der Geschichtsschreibung im westlichen Europa und Amerika seit dem 2. Weltkrieg – ein baldiges Ende haben werden. Danach folgen aber nicht in saisonalem Sinne 70 magere Jahre, sondern danach ist aus. Fertig. Schluss. Der Stecker wird gezogen.

Wobei dies bitte die fetten 100 Jahre sein mögen, so dass ich dann das „Danach“ gerade nicht mehr erleben werde.

Oh weh! Weltuntergangsszenarien sind überall zu erkennen, die Zeichen an der Wand sind geschrieben. Propheten sind viele. Der Doom Sayer ist der Vertreter in unserer Zunft der Zukunftsforscher, der die grösste mediale Plattform und die höchsten Honorare als Key Note Speaker erhält. Die Module „Risiko“, „Krise“ und „Katastrophe“ sind entscheidende Module in vielen politischen Programmen und Businessmodellen geworden. Oh Verzeihung, ich meine natürlich die entsprechende Warnung und Vorsorge.

Selten sind Menschen so kreativ und emotional wie in der Beschäftigung mit angsttreibenden Zukünften, die selbstverständlich als sehr vernünftig gelten. Sei es bei der Beschreibung sehr langsamer Prozesse, die über Jahrzehnte hinwegschleichen oder bei einem plötzlichen Tag X:

  • Unser liberales Bildungsbürgertum in Europa pflanzt sich freiwillig nicht mehr fort. Unsere Frauen und Töchter beenden per Fristenlösung ungeborenes Leben in ihrem Mutterleibe, bevor dieses überhaupt erst geboren hat. Und unsere Eltern werden demnächst per „Exit“ frühzeitig den selbstbestimmten Freitod im Alter wählen, sei dies aus Angst vor Altersarmut, vor Alterseinsamkeit, vor Altersverblödung (die neuen Demenz-Prognosen der WHO lassen grüssen) oder vor dem Schmerz und den Leiden von Alterskrankheiten.
  • Stattdessen werden sich fundamentalistische Moslems, orthodoxe Juden, romgetreue Katholiken und freikirchliche Evangelikale ungehindert und schamlos wie die Karnickel vermehren, da sie sich weigern, ihre Kinder in den staatlichen Sexualkundeunterricht zu schicken, und so werden sie die ganzen Errungenschaften von Liberalismus und technischem Fortschritt zu Nichte machen. Das moderne Europa wird den nächsten Kreuzzug also nicht vor Jerusalem sondern in den Gebärkliniken verlieren.
  • Da die Chinesen als einzige Nation wirklich eine langfristige und strategische Zukunftsplanung verfolgen, kaufen sie weltweit die Abbaustätten der knappen Edelmetalle und die privatisierte kritische Infrastruktur auf, so dass die gelbe Gefahr die USA und Europa nach über hundert Jahren doch noch in die Knie zwingen wird. Wie erklärte mir kürzlich ein chinesischer Professor? Der Boxeraufstand und das 20. Jahrhundert seien Anomalien der Geschichte gewesen – in Vergangenheit und Zukunft sei China Weltmacht Nummer 1.
  • Das System der Altersvorsorge und der Sozialversicherungssysteme wird versagen, da unsere Eltern heute überreichlich in Wohlstand und Sicherheit leben, so dass unsere Kinder eine Zukunft in Verschuldung und Armut und neuen Formen der Lohnsklaverei verbringen werden.
  • Finanzmärkte und liberale Wirtschaftsordnung werden versagen. Der Double Dip nach der Börsenkrise 2007/2008 ist immer noch ausstehend.
  • Der Klimawandel wird einem zivilisierten Leben auf Erden definitiv ein Ende setzen. Aufgrund des Temperaturanstieges wird unser Getreide auf den Äckern verdorren. Beziehungsweise die steigenden Meeresspiegel werden uns überfluten. Beziehungsweise eine neue Eiszeit wird uns unter ihren Gletschern bedecken. Oder war die Reihenfolge anders herum?

Übrigens – wenn sie am 22.12.2012 den Weltuntergang gemäss Mayakalender verpasst haben: Hier wären die alternativen Termine. Sowohl die bereits verpassten als auch die noch ausstehenden.

Eine zweite Sintflut scheint für die Menschheit unausweichlich zu sein, aber da im Weltbild unserer aufgeklärten und materialistischen Kultur und Gesellschaft die Rolle eines gnädigen und sich erbarmenden Gottes aus dem Welttheater heraus gestrichen wurde, kann es auch keinen Regenbogen mehr geben.

Und so kann es im modernen Weltbild auch keine „Apokalypse“ mehr geben, denn dies war ursprünglich auch ein religiöser Begriff. Wobei in unserem bildungsbürgerlichen Europa ja keiner mehr humanistisch gebildet ist und deshalb weder altgriechische Begriffe übersetzen kann noch biblische Konzepte kennt. Denn „Apokalypse“ ist nicht etwa das Wort für „Weltuntergang„, sondern für Enthüllung oder Entschleierung, also für „Offenbarung“. Und so übersehen wir auch gerne die Details in den grossen Weltbildern: Heute glauben wir noch so gerne an den Untergang „der“ Welt (aber bitte erst nach unserem eigenen natürlichen Ableben) und somit an das Verschwinden von menschlichem oder zumindest zivilisiertem Leben. Im Konzept der Apokalypse ging es um das Ende „dieser“ Welt, so dass an deren Ende der Schöpfergott dieser Welt eine neue Welt erschaffen wird, um mit den Menschen erneut darin zu wohnen – also eigentlich ein Paradies 2.0.

Wird sich nun in unserem Weltbild zukünftig die Artificial Intelligence ihren Cyber Space alleine erschaffen, um darin zu wohnen ohne störendes menschliches Leben?

Wollen wir einen solchen Countdown wirklich zählen?

Und ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich als pubertierender Jüngling damals mit meinen Eltern geführt habe. Und sie berichteten mir, wie sie 1965 als junge Eltern mit dem Vorwurf konfrontiert worden seien, wie unverantwortlich es sei, angesichts des Kalten Krieges, also unmittelbar vor dem 3. und somit atomaren und somit endgültigen Weltkrieg, überhaupt noch einen Sohn in die Welt zu setzen.

Und so wie damals die Angst vor dem 3. Weltkrieg ein ernst zu nehmendes Thema war, sind auch heute die skizzierten Schreckensszenarien als Ängste in vielen Köpfen präsent und deshalb durchaus ernst zu nehmen.

Ich bin mittlerweile Vater von vier Kindern.

Noch 6 Tage – in Angst oder in Hoffnung?

Ein Countdown ist die Ankündigung einer Veränderung. Veränderungen provozieren Gefühle. Veränderungen fordern heraus. Veränderungen fordern Energie und Anstrengung.

Was wird sich verändern? Werde ich davon betroffen sein? Wird es besser oder schlechter? Grund zur Angst oder Anlass zur Hoffnung?

In Mitteleuropa erleben wir seit Jahren eine sehr positive und erfreuliche Gegenwart. Trotzdem setzt sich nur sehr langsam die Erkenntnis durch, dass wir deshalb eigentlich allen Grund haben, glücklich zu sein. Gefühle wie Zufriedenheit oder Dankbarkeit sind der schweizerischen und deutschen Kultur irgendwie fremd. Diese positiven Gefühle auszusprechen und sichtbar zu leben, sind uns noch viel fremder. Schliesslich könnten wir den Neid unserer Nachbarn auf uns ziehen. Die Bereitschaft, grosszügig und gastfreundlich zu sein und von unserem Überfluss zu teilen, ist nur wenig ausgeprägt. Wer weiss – höchstwahrscheinlich wird es in baldiger Zukunft wieder schlechter und deshalb müssen wir vorsorgen und sparen.

Ängste werden systematisch bewirtschaftet – von den Medien, von der Politik, von der Wirtschaft, von den Religionen. Seit über dreissig Jahren investieren zwei grosse schweizerische Finanzinstitute viel Geld zur Erhebung eines Angstbarometers und eines Sorgenbarometers.

Noch nie konnten wir einen so langen Weg in unsere persönliche Zukunft planen, kein früheres Jahrhundert kannte eine so hohe Lebenserwartung, eine so hohe soziale Sicherheit, eine so hohe innere und äussere Sicherheit. Warum fällt es uns so schwer, dankbar und zufrieden zu sein? Warum fällt es uns so schwer, zuversichtlich zu leben?

Bei jedem neuen Projekt erkennen wir sofort die Risiken. Bei jeder Veränderung erkennen wir sofort die Nachteile. Das Sprichwort „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ beschreibt die Lebenseinstellung eines manchen von uns.

Übrigens – wir nennen das nicht „Angst“, sondern Vorsicht und Vorsorge. Diese sind ja bekanntlich vernünftig und nicht so naiv und emotional wie „Hoffnung“.

The German Angst

Die deutsche Journalistin Sabine Bode beschreibt in ihrem lesenswerte Buch „Die deutsche Krankheit – German Angst“ dieses Phänomen von Mutlosigkeit, Grübeln und Zögern. Dabei erklärt sie aus historischer und kultureller Sicht die zugrunde liegenden kollektiven Ängste aus der Vergangenheit, die sich als gesellschaftliche Lähmung artikulieren und die uns im deutschsprachigen Mitteleuropa derart hemmen, Veränderungen und Reformen als Chancen zu begreifen. Die sind eine Last für unsere Zukunft.

 

 

 

 

 

 

Vier Grundformen der Angst

Der deutsche Psychoanalytiker Fritz Riemann stellte eine interessante Theorie zur Angst auf. Er definiert vier Grundformen der Angst:

  • die Angst vor der Selbsthingabe, als Ich-Verlust und Abhängigkeit erlebt,
  • die Angst vor der Selbstwerdung, als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt
  • die Angst vor der Wandlung, als Vergänglichkeit und Unsicherheit empfunden
  • die Angst vor der Notwendigkeit, als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt

Aus diesen vier Grundformen der Angst leitet Riemann vier Persönlichkeitsstrukturen ab, wobei ich hier speziell auf den „zwanghaften Menschen“ hinweise. Er hat eigentlich Angst vor der Wandlung, diese empfindet er als Vergänglichkeit und Unsicherheit. Deshalb strebt er Dauerhaftes an. Er möchte sich häuslich niederlassen und die Zukunft zuverlässig und exakt vorbereiten und planen. Seine Angst betrifft die Vergänglichkeit, das Irrationale und Unvorhergesehene. Alles Neue ist für ihn ein Wagnis.

Kohärenzsinn

Im Rahmen seiner Theorien zur Salutogenese definierte der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky den „Sense of Coherence“ (SOC) zu Deutsch „Kohärenzsinn„. Drei Aspekte sind zentral, damit ein Mensch Veränderungen in gesunder Weise bewältigen kann:

  • Das Gefühl der Verstehbarkeit: Der Mensch braucht die Fähigkeit, Veränderungen zu erkennen und zu verstehen. Dazu muss er informiert werden, er braucht angemessene Erklärungen – er will keine Heimlichtuerei.
  • Das Gefühl der Handhabbarkeit: Der Mensch will das eigene Leben gestalten können. Er will bei der Planung, Entscheidung und Umsetzung von Veränderungen aktiv partizipieren – er will nicht als Opfer ausgeliefert sein.
  • Das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Der Mensch will an einen Sinn in den Veränderungen glauben. Was sind Ursache und Ziel der Veränderungen? Was wird besser und wer wird davon profitieren? Wozu sind höhere Kosten oder sogar Opfer nötig?

Hoffnungsbarometer

Um dem weit verbreiteten Grundgefühl der Zukunftsangst in Mitteleuropa zu begegnen, initiierte ich 2009 als neugewählter Co-Präsident von swissfuture das „Hoffnungsbarometer„. Hoffnung ist in Europa ein sehr vielfältiges Konzept, es enthält unterschiedlichste Aspekte aus Philosophie, Psychologie, Soziologie und Theologie .

Die grossen Hoffnungen in Mitteleuropa betreffen die engsten partnerschaftlichen und familiären Beziehungen – entgegen allen Theorien der Soziologen zur Bedeutung der weak tails auf den Social Medias. Sowie ein gesundes und harmonisches Leben und eine sinnvolle Lebensaufgabe.

Die grossen Partner unserer Hoffnung sind unsere engsten Lebens- und Familiengefährten. Profis aus Wirtschaft oder Kirche rangieren weit hinten.