L wie LOHAS

«Lifestyles of Health and Sustainability», vornehmlich in der «50plus-Generation» anzutreffen, beschreiben eine Lebenseinstellung, die in Mitteleuropa immer mehr an Bedeutung gewinnt – als Kunden- und Käufersegment sowie als politische Kraft. In einer Lebensphase, in welcher der Karrierezenit meistens schon überschritten ist und die grossen materiellen Ansprüche eigentlich befriedigt sind, in der zudem auch die hormonell bedingte Aggression und übermässige Ambitionen im menschlichen Werteportfolio abnehmen, interessieren sich LOHAS bewusst für Konzepte der Gesundheit, Verantwortlichkeit, Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit.

In einer Kultur der Langlebigkeit, in der die Phase des Ruhestands gegen 30 Jahre und somit ähnlich lange wie Kindheit, Jugend und Adoleszenz zusammen dauert, bleibt sehr viel Zeit, um als LOHAS über den Sinn des Lebens und über ein Erbe an die Gesellschaft und die kommenden Generationen nachzudenken. So treffen wir in einer wohlhabenden und sicheren Gesellschaft auf eine wachsende Bereitschaft, das angesparte Vermögen nicht nur rendite-, sondern auch sinnorientiert zu investieren beziehungsweise nicht nur lust-, sondern auch sinnorientiert zu konsumieren. Früher hätte die LOHAS-Moral gelautet: Lebe gesund und tue Gutes. Für die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, vor allem in den Bereichen der Gesundheit, der Mobilität, der neuen Energien und der globalen sozialen Gerechtigkeit, sind dies wichtige Finanzierungsquellen.

Letztlich geht es um eine besondere Form des Mäzenatentums: LOHAS leisten sich den Konsum von Produkten und Dienstleistungen, die preislich noch nicht marktfähig sind, weil LOHAS die Idee dahinter unterstützen wollen. Somit ermöglichen LOHAS sinnvollen Innovationen einen Markteintritt – in der Hoffnung, dass diese Innovationen die Zukunft der ganzen Welt verbessern können.

K wie Kybernetik

M wie Migration

Hier geht’s zum Überblick

Hier geht’s zum Originalartikel im UBS Magazin

Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?

Was macht einen Mann aus? Welche Tugenden zeichnen ihn aus? Und welchen Normierungsversuchen ist er ausgesetzt? Zukunftsforscher Andreas M. Walker setzt sich mit diesen Fragen auseinander, blickt zurück und schaut nach vorne. Nachdem er mit alten Klischees aufräumt, zeichnet er das Bild eines emanzipierten Mannes. Seine positive Prognose: Der Mann findet dank vielfältigen Lebensentwürfen in einer erfüllten Rolle als Familienvater und Ehemann zu sich selbst – auch im Berufsleben.

Keywords: Tugend, Normierung, Gender Mainstreaming, Lebensentwürfe, Geschlechterrollen, Familie

Mehr dazu hier in meinem aktuellen Aufsatz für swissfuture, magazin für zukunftsmonitoring 2014/1 „Die Zukunft des Mannes“, hier als pdf für meine Leserinnen und Leser gratis verfügbar:

PDF: ganzer Artikel: Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?
PDF: ganzer Artikel: Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?

Chancen und Grenzen von Zukunftsgestaltung

«2050» ist ein ferner Horizont – doch weltweite Planungen zeigen, dass eine aktive Beschäftigung mit langfristiger Zukunft sinnvoll ist. Verschiedene Methoden können helfen, die Denkfallen von exakt berechneten Fehlprognosen zu vermeiden.Hier geht’s zu meinem aktuellen Artikel zur metrobasel Vision 2050.
(S.21, S. 22-24 Tagungsbericht)

Hat der Mann eine Zukunft? Eine Materialsammlung

In der Futurologie denken wir viel über die Zukunft von Verkehr, Energie und Klima nach. Oder über die neue Geo-Politik und das zukünftige Verständnis von Sicherheit. Oder über die Zukunft von Cyberspace und Medizintechnologie.

Aber über die Zukunft unseres Verständnisses von Ehe und Familie, von Elternschaft und Partnerschaft, über die Zukunft von „Gender“ und „Sex“ – „Was wird ein Mann sein?“ „Was wird eine Frau sein?“ „Was wird Geschlecht 3.0 sein?“ findet kaum eine Debatte statt. Zwar reden wir viel über „reife Gesellschaft“, „Silver Ager“ und „Überalterung“ – aber wie die Kindheit der Zukunft und die Entwicklung des Buben zum Mann aussehen wird, machen wir uns kaum Gedanken.

Der Megatrend der „Feminisierung“ ist in allen unseren Referaten und Studien allgegenwärtig und die „Emanzipation der Frau“ hat als Wertewandelt stattgefunden und ist in unseren Welt- und Menschenbilder in selbstverständlicher Weise integriert – aber wo bleibt eine vergleichbare Entwicklung der Männer und der Männer- und Väterrolle?

Aufgrund meiner Vaterschaft von vier Kindern, darunter 3 Buben im Schulalter, und aufgrund des erziehungs- und gender-politischen Engagements meiner Frau möchte ich diese Männer-Diskussion über ein verdrängtes Männer-Thema anstossen.

An dieser Stelle möchte ich fortlaufend Literaturhinweise sammeln, dabei werde ich diesen BLOG hier laufend fortführen.

Bedenkens- und lesenswerte Artikel sind beispielsweise: Walter Hollstein

Prof. Dr. Walter Hollstein 

  • Er war 36 Jahre lang Soziologieprofessor in Berlin, und Gutachter des Europarates für Männer- und Geschlechterfragen, http://www.walter-hollstein.ch/. Nachdem ich bereits als junger Student eines seiner Bücher gelesen habe, durfte ich ihn letzte Woche in Basel bei einem Gespräch in der Campari Bar persönlich kennenlernen.
  • 2013: „Genderdebatte: Der öffentliche Diskurs ist seit Jahren frauenfokussiert“ – Johannes Richardt interviewt Prof. Walter Hollstein, http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001426
  • 2013: „Abschied vom starken Geschlecht – Invasion der Loser“ – Ein Gastbeitrag von Walter Hollstein, http://tinyurl.com/nouv7tx
  • 2013: „Single, männlich, sucht keine Heirat“ Artikel von Walter Hollstein im Tagesanzeiger mit 585 Kommentaren, http://tinyurl.com/q9j5kan

Herbsttagung 2012: Ein Blick auf 2050

SGVW-Herbsttagung 2012 in Kooperation mit swissfuture

Freitag, 23. November 2012, 09.00 – 16.00 Uhr, Universität Bern, von Roll-Areal, Hörsaal 104, Fabrikstarsse 6, 3012 Bern

Ein Blick auf 2050: Zukünftige Herausforderungen des Staates angehen und gestalten

„Gouverner c’est prévoir“ – Dieser Leitsatz staatlichen Handelns stellt Politik und Verwaltung in einer zunehmend vernetzten und komplexen Welt, die einem ständigen Wandel ausgesetzt ist, vor steigende Anforderungen. Verlässliche Prognosen über mittel- bis langfristige Entwicklungen werden durch wachsende Unsicherheit erschwert. Trotzdem ist die Politik für Planungs- und Investitionsentscheide auf verlässliche Zukunftsannahmen angewiesen. Die Tagung befasst sich mit einzelnen Treibern des Wandels, die unsere Gesellschaft und den Staat in den nächsten Jahrzenten prägen werden und zeigt auf, wie mittels Szenarien die Entscheidungsträger von heute bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt werden können.

Unter der Moderation von Dr. Katja Gentinetta, Gesprächsleiterin beim Schweizer Fernsehen, sprechen und diskutieren folgende Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft:

  • Dr. Guy Morin, Regierungspräsident Kanton Basel-Stadt
  • Markus Notter, ehem. Regierungsrat Kanton Zürich
  • Heinz Karrer, CEO Axpo Holding AG
  • Dr. Hans Werder, Verwaltungsrat Swisscom
  • Dr. Lorenzo Cascioni, Leiter Sektion Planung & Strategie Bundeskanzlei
  • Dr. Peter Grünenfelder, Staatsschreiber Kanton Aargau
  • Yves Rossier, Staatssekretär im Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)
  • Dr. Andreas Schächtele, Generalsekretär Departement Bildung, Kultur und Sport, Kanton Aargau
  • Prof. Dr. Daniel Wachter, Leiter Nachhaltige Entwicklung, Bundesamt für Raumentwicklung
  • Georges T. Roos, Vorstand swissfuture
  • Dr. Daniel Müller-Jentsch, Avenir Suisse
  • Dr. Andreas M. Walker, Co-Präsident swissfuture
  • Prof. Dr. Torsten Wulf, Philipps-Universität Marburg

Die Tagung richtet sich an ein politisch interessiertes Publikum, an Mitglieder der politischen Exekutive und Legislative, Führungskräfte der Verwaltung in Städten und Gemeinden, in den Kantonen und im Bund, an die Vertreter der Wissenschaft und an ein interessiertes Fachpublikum.

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

Erwartungen an die Energie der Zukunft

Eine der Methoden der Zukunftsforschung ist die Analyse von Megatrends: Wo haben wir Entwicklungen, die über Jahrzehnte unser Leben, unsere Werte und unser Verhalten verändern? Globalisierung, technischer Fortschritt, Langlebigkeit und die Präsenz der elektronischen Medien rund um die Uhr und rund um den Globus sind prägende Megatrends unserer Tage.

Jeder dieser Megatrends setzt voraus, dass Energie verfügbar, preiswert und sicher ist.

Doch diese Megatrends stellen auch unseren Umgang mit Energie in Frage: Aufgrund der Globalisierung können Westeuropa und Nordamerika kein Vorrecht mehr auf die Verfügbarkeit von billiger Energie fordern – zunehmend stehen wir in Konkurrenz zu den wachsenden Emerging Markets. Dabei zeigt sich, dass die Verfügbarkeit von Energie nicht nur eine Frage des Marktpreises sondern auch der Machtpolitik ist – und die energieliefernden Länder sind zu einem doppelten Spiel bereit. Der Fortschritt hat unser Leben vereinfacht. Harte körperliche Arbeit oder das Leben mit saisonalen Schwankungen kennen wir nur noch aus Erzählungen unserer Eltern oder aus dem Freizeitbereich. Als Ersatz für den Einsatz eigener körperlicher Energie haben wir uns daran gewöhnt, dass Fremdenergie rund um die Uhr zur Verfügung steht: Ein Leben mit weniger Licht, weniger Wärme und weniger Mobilität ist in unserer postmodernen Gesellschaft undenkbar. Seit über hundert Jahren nimmt unsere Lebenserwartung kontinuierlich zu: wir dürfen erwarten, dass wir 80 Jahre alt werden. Dank medizinischem Fortschritt, grossen Anstrengungen in der Unfallverhütung und dem Ausbleiben von Kriegen haben wir viele Todesgefahren eindämmen können – doch gerade im Alter setzen wir diese Annehmlichkeiten als selbstverständlich voraus: Licht, Wärme, Kommunikationsmittel, Fremdkraft für die Unterstützung der Mobilität.

Verbunden mit der Klimadebatte der letzten Jahre tauchte die Kernenergie als White Knight auf, nachdem sie bereits Mitte des 20. Jahrhunderts als Zukunftsenergie betrachtet wurde – regional produzierbar, unabhängig von fossilen Brennstoffen, CO2-neutral und mittlerweile sicherheitstechnisch gereift und in der Gewissheit, dass sich die Abfallprobleme für Jahrtausende wegsperren lassen.

Eine andere Methode der Zukunftsforschung ist das Arbeiten mit Black Swans: Was geschieht, wenn das Unmögliche doch geschieht? Wenn Jahrtausendereignisse doch eintreten? Durch TV und Internet finden global verteilte Katastrophen plötzlich live in unseren Wohnzimmern statt: 9/11, Tsunami 2004, Hurrican Catrina, asiatische Vogelgrippe, chinesisches Erdbeben, mexikanische Schweinegrippe, Erdbeben Haiti – und diesen März die Mehrfachkatastrophe in Japan. Sind Black Swans gar nicht so selten? Dabei wird die Unterscheidung immer schwieriger: Welches ist der Anteil einer unabwendbaren Naturkatastrophe und welches sind menschengeschaffene Umstände, die Folgeschäden provozieren? Aufgrund unserer medialen Wahrnehmung sind global verstreute Katastrophen mental bei uns omipräsent. Aufgrund der globalen Finanzmärkte sind diese Ereignisse in unseren Portemonnaies noch viel präsenter.

Und die Frage taucht auf, ob angesichts der technischen Restrisiken, der medialen Verbreitung von Katastrophenmeldungen und der globalen Verknüpfung unserer Wirtschaft die Kernenergie wirklich als White Knight für die Energiebedürfnisse der Zukunft taugt? So verschieden unsere Vorstellungen über unsere Zukunft auch sein mögen – sie gehen alle davon aus, dass Energie verfügbar, preiswert und sicher ist. Wie muss ein zukunftsfähiges Energieportfolio aussehen, das diesen Bedürfnissen gerecht wird?

(Dieser Blog entspricht dem Editorial, das ich für „Energie mit Zukunft“ – Smart Media Themenzeitung im Tages Anzeiger vom 29. März geschrieben habe.)