Was ist mit Ereignissen, die man schlichtweg nicht vorhersehen kann?

Eine sehr wichtige Disziplin der Zukunftsforschung im Bereich der Krisenfrühwarnung und des Risikomanagements beschäftigt sich mit „Wild Cards“ oder „Black Swans“. So nennt die Forschung die „undenkbaren“ Ereignisse: Diese sind zwar sehr wenig wahrscheinlich, aber wenn sie tatsächlich passieren, werden sie eine große Auswirkung haben. Wo sind die Schwachstellen und Grenzen unseres wirtschaftlichen und kulturellen Systems und was würde passieren, wenn gerade diese betroffen wären? Was würde es nun kosten, sich auf diese extremen Fälle vorzubereiten? Wie müsste eine Krisenorganisation aussehen, die schnell und flexibel genug ist, um auch bei Überraschungen reagieren zu können? 1997 habe ich ein Szenario geschrieben für den Fall, dass die Schweiz das Bankkundengeheimnis abschaffen muss. Im Jahr 2002 war eines meiner Themen, was es bedeuten würde, wenn eine schweizerische Großbank aufgrund einer Finanzmarktkrise Konkurs gehen würde. Im Jahr 2004 entwickelte ich ein Szenario über den Ausbruch einer Schweinegrippe-Pandemie in Mitteleuropa. Die Methoden der langfristigen „Früherkennung“, die Frage nach Veränderungen, Krisen, Katastrophen und Umbrüche, die auf uns zukommen könnten, sind mittlerweile ziemlich ausgereift und die „Kataloge“ sind umfangreich. Wesentlich schwieriger wird die rechtzeitige „Frühwarnung“ – wann realisieren wir, dass es nun tatsächlich in den nächsten Monaten oder Wochen kommt? Und werden die Warner in Regierung, Verwaltung und Medien überhaupt ernst genommen oder werden sie als Panikmacher abgetan?

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