Die Virtualisierung unserer Welt

Offensichtlich ist, dass privat, beruflich und politisch die Virtualisierung weiterhin weltweit im Vormarsch ist und ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung diese Entwicklung intensiv mitvollzieht. Email-Kommunikation, Download-Formulare jeglicher Art und Blogs von Politisierenden sind bereits heute Realität. Die Ideen zu E-Governement sind weit verbreitet. Der „virtuelle Analphabetismus“ wird für Anbieter, Konsumenten und Kommunikationswillige bald ein vergleichbares Problem wie der ursprüngliche Analphabetismus werden – inklusive der gesellschaftlichen Stigmatisierung. Sowohl durch den d im Freundeskreis unserer Kinder wie auch durch die Anforderungen der Schule werden wir als Eltern heute schon genötigt, dass wir einen PC für unsere Teenager kaufen MÜSSEN. Eine Neuanstellung in einem Dienstleistungsbetrieb ohne EDV-Vorkenntnisse ist undenkbar. Nach Web1.0, das primär zur Information in einer Richtung diente, ist Web2.0 Realität geworden, in dem gegenseitige Kommunikation und Interaktion stattfinden. In den Ideen zu diesen Entwicklungen – Markt 2.0 oder Verwaltung 2.0 – gehen wir aber stillschweigend davon aus, dass drei grosse Voraussetzungen selbstverständlich garantiert werden:

  1. Die Verfügbarkeit der virtuellen Kommunikationswege: Immer wieder sind wir überrascht, wenn Emails bis zu einer Stunde unterwegs sind, wenn bei Grossereignissen das Handynetz schon nach kurzer Zeit zusammenbricht oder wenn immer wieder Serverpannen das Internet in der halben Schweiz für mehrere Stunden lahm legen können.
  2. Die Kosteneffizienz des Systems für den Nutzer.
  3. Die Lösung der Sicherheitsfrage: Jeder vertragliche Kaufakt und jede behördliche Handlung muss eindeutig belegt werden können und die Partner müssen eindeutig identifizierbar sind – und in diesem Bereich stehen wir erst am Anfang der kriminellen Fantasie und des Wettrüstens zwischen Sicherheit und Missbrauch. In der chaotischen Mischung zwischen Exhibitionismus und Täuschung, zwischen sozialem Networking und Missbrauch wird die Frage nach der tatsächlichen Identität immer wichtiger und schwieriger machen. „Ordnung“, „Vertrauenswürdigkeit“ und „Echtheit“ werden immer wichtiger– aber in einem dynamischen Netz immer schwieriger durchsetzbar und überprüfbar.

Ein Gedanke zu „Die Virtualisierung unserer Welt

  1. Uwe Müller

    Beruflich schätze ich die asynchrone Kommunikation sehr. Diese Form kommt auch der 24/7 Gesellschaft entgegen. Die Schattenseite der Virtualisierung ist, dass jeder eine Unmenge von virtuellen Freunden haben kann und trotzdem (oder gerade deswegen) alleine ist und sich einsam fühlt.

    Antwort

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