Zehn Zukunftsfragen an Andreas Walker

The future is yours!

gestellt von Raffael Schuppisser von der Schweiz am Sonntag am 24. Juli 2016

Wie sieht Ihr Job in zehn Jahren aus?

Wir müssen die knappere Aufmerksamkeit der Menschen gewinnen, um mit ihnen über Zukunft zu reden. Hoffentlich werden wir dabei in der Schweiz wagemutiger die Zukunft gestalten und nicht nur ängstlich die Gegenwart verteidigen.

Welches Problem werden wir in zehn Jahren gelöst haben?

Dank neuen Automotoren wird der Verkehrslärm massiv zurückgehen. Die nächste Generation wird verkehrsruhige Städte erleben.

Auf welche Erfindung in der Zukunft freuen Sie sich am meisten?

Auf die Erfindung, die weltweit billiges Trinkwasser für alle ermöglichen wird.

Was sollen Ihre Kinder lernen, um für die Zukunft gerüstet zu sein?

Selber denken und Probleme lösen. Sie sollten sowohl mit verschiedensten Menschen als auch souverän mit Maschinen zusammenleben können und die Qualität und Glaubwürdigkeit von Informationsquellen beurteilen können.

Was wird die grösste Herausforderung der kommenden Generation?

Der technische Fortschritt erlaubt uns, die Aufgabenteilung zwischen Mensch und Maschine neu zu definieren. In Ethik, Humanwissenschaften und Religion sind wir dringend gefordert, unser Menschen- und Weltbild neu zu diskutieren und die Konsequenzen für Wirtschaft und Politik zu klären.

Wenn Sie eine Zeitreise unternehmen könnten, wohin sollte es gehen?

Ich lebe gerne heute und hier, um Grundlagen für die Zukunft zu legen.

Wie alt möchten Sie werden?

Mindestens so alt, dass ich erleben darf, dass meine Kinder ihr eigenes Leben meistern und selbst gute Eltern geworden sind.

Wann werden Menschen unsterblich werden?

Trotz medizinischem Fortschritt werden die meisten von uns kaum länger als 100 Jahre in diesem Körper auf dieser Erde leben. Aber in Europa werden wir es erleben, dass die meisten rund 100 Jahre alt werden.

Welche Fähigkeit werden Ihre Enkel leider nicht mehr haben, die Sie jetzt noch haben?

Als alter OL-Läufer und Geographiestudent war ich begeisterter Kartenleser – das GPS nimmt uns dies heute schon ab.

Haben Sie mehr Angst vor Robotern oder Ausserirdischen?

Ich habe Angst vor Menschen, die Roboter als Waffen oder als Menschenersatz weiterentwickeln und einsetzen wollen.

Hier geht’s zum definitiven Interview der Zeitung:

Zukunftsfragen an Andreas Walker in der Schweiz am Sonntag vom 24. Juli 2016

 

Und hier geht es weiter mit den ursprünglichen achtzehn Fragen:

Wie sieht Ihr Job in zehn Jahren aus?

Die richtigen Veränderungen noch schneller erkennen, noch mehr Informationen beurteilen und die immer knappere Aufmerksamkeit der Menschen gewinnen, um mit ihnen über Zukunft zu reden, wird entscheidend sein. Hoffentlich werden wir dabei in der Schweiz wagemutiger die Zukunft gestalten und nicht nur ängstlich die Gegenwart verteidigen.

Welches Problem werden wir in zehn Jahren gelöst haben?

Die neuen Automotoren helfen uns, so dass der Verkehrslärm massiv zurückgehen könnte. Die mittelalterlichen Städte stanken, im 19. und 20. Jahrhundert war Kohlestaub ein Riesenproblem, die nächste Generation wird verkehrsruhige Städte erleben können. Aber dazu braucht es vielleicht auch noch 20 Jahre.

Auf welche Erfindung in der Zukunft freuen Sie sich am meisten?

Auf die Erfindung, die weltweit billiges Trinkwasser für alle ermöglichen wird.

Was sollen Ihre Kinder lernen, um für die Zukunft gerüstet zu sein?

Selber denken und Probleme lösen, sowohl mit verschiedensten Menschen als auch souverän mit Maschinen zusammenleben, die Qualität und Glaubwürdigkeit von Informationsquellen beurteilen können.

Was wird die grösste Herausforderung der kommenden Generation?

Der technische Fortschritt erlaubt uns, die Schnittstelle und Aufgabenteilung zwischen Mensch und Maschine neu zu definieren – in Ethik, Humanwissenschaften und Religion sind wir dringend gefordert, unser Menschen- und Weltbild neu zu diskutieren und die Konsequenzen für Wirtschaft und Politik zu klären.

Wenn Sie eine Zeitreise unternehmen könnten, wohin sollte es gehen (und warum)?

Ich würde gerne in die gute alte Zeit reisen – bloss wüsste ich nicht, in welchem Jahr diese stattgefunden hat. Spass beiseite, ich lebe gerne heute und hier, um Grundlagen für die Zukunft zu legen.

Werden Sie in 10 Jahren noch ein Handy haben?

Hier erwarte ich weitere grosse Fortschritte – Tools, die kleiner, vielseitiger, stärker meinen Bedürfnissen und meinem Körper angepasst sein werden.

Wie alt möchten Sie werden?

Mindestens so alt, dass ich erleben darf, dass meine Kinder ihr eigenes Leben meistern und selbst gute Eltern geworden sind.

Wann werden Menschen unsterblich werden?

Die grossen Religionen glauben schon seit langem an die Unsterblichkeit der Seele – aber trotz weiterem medizinischen Fortschritt werden die meisten von uns wohl kaum länger als 100 Jahre in diesem Körper auf dieser Erde leben. Aber in Europa werden wir es erleben, dass die meisten rund 100 Jahre alt werden.

Wann werden Computer intelligenter sein als wir Menschen?

Im Speichern und Abrufen von Informationen sowie im Erkennen und Zuordnen bekannter Muster sind sie das heute schon. Aber die Qualität neue Probleme zu erkennen und sinnvolle neue Lösungen zu erdenken und ethische Entscheide zu fällen sind und bleiben Kernaufgaben des Menschen.

Welche Fähigkeit werden Ihre Enkel leider nicht mehr haben, die Sie jetzt noch haben?

Als alter OL-Läufer und Geographiestudent war ich begeisterter Kartenleser – das GPS nimmt uns dies heute schon ab.

Sollen Primarschüler eine zweite Fremdsprache oder eine Programmiersprache lernen?

Ich wäre schon froh, wenn sie in der Hauptsprache ihres Wohnortes emotional und sozial kompetent wären. In der Zukunft werden wir alle drei brauchen – den kompetenten Umgang mit Menschen in der Nähe und der Ferne und mit Maschinen.

Wenn Sie mal pflegebedürftig sein sollten, würden Sie sich dann von einem Roboter pflegen lassen?

Wo liegt die Grenze zwischen einer medizintechnischen Reparatur und einer Heilung? Für mich ist der Mensch mehr als eine biologische Maschine. Auch wenn Maschinen noch viel präsenter werden als heute, ist und bleibt der Mensch ein soziales und emotionales Wesen. Für ein glückliches und sinnvolles Leben brauchen wird das Miteinander mit anderen Menschen.

Werden wir in 30 Jahren noch Fleisch von Tieren essen?

Ja, aber die Fragen nach gesundem Essen, nach Verwertung von Speiseresten und die Akzeptanz von Insekten werden unseren Alltags-Speiseplan stark beeinflussen. Wir werden stärker unterscheiden zwischen gesunder biologischer Verpflegung, die uns satt und fit macht, und gemeinsamem Essen als sozialem und kulturellem Event.

Wird die Anzahl psychisch Kranker in den nächsten zehn Jahren zunehmen?

Fortschrittsverlierer finden emotional und sozial immer weniger Möglichkeiten, um ihr Leben sinnvoll zu bewältigen und werden deshalb krank. Insbesondere Männer leiden unter dem Zerfall der traditionellen Männerbilder und Männerrollen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Haben Sie mehr Angst vor Robotern oder Ausserirdischen?

Ich glaube nicht an Ausserirdische – aber ich habe Angst vor Menschen, die Roboter als Waffen oder als Menschenersatz weiterentwickeln und einsetzen wollen.

Wann werden in der Schweiz mehr als 50 Prozent Ausländer leben?

Nie – denn dann wird es keine Ausländer mehr geben. Das Konzept des Nationalstaates stammt aus dem 19. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert in beide Richtungen stark strapaziert werden. Mich interessiert, was wir zukünftig unter „Heimat“, „Familie“ und „Gesellschaft“ verstehen.

Wird der Mensch in Zukunft eher besser oder schlechter sein?

Der Mensch wird immer weniger Vorwände haben, um sich hinter einem Schicksal, hinter Nichtwissen oder Falschinformationen verstecken zu können. Die Zunahme von Freiheiten, Möglichkeiten und selbst verfügbarer Zeit werden grosse Anforderungen an die persönliche und gesellschaftliche Verantwortung stellen, so dass es immer schwieriger wird, ein sprichwörtlich reines Gewissen zu haben.

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