Noch 10 Tage – der Countdown

25. September – Habe ich etwas verpasst?

Noch zehn Tage? Ein Countdown? Ein neuer Mondflug? Ein neuer Maja-Kalender mit einem neuen Weltuntergang?

Eine neue Firma? Ein neuer Brand? Ein neues Projekt? Ein neuer Werbegag?

Etwa …

oder …

oder doch lieber …

aber nicht etwa gar …

oder wird da jemand schon wieder Vater und Mutter …

… ?

Mehr davon morgen auf diesem Kanal 🙂

Technologie verändert die Gesellschaft

Technologische Innovationen sind in aller Munde – in jeder Schlagzeile, auf jeder Geschäftsagenda, in jedem Portfolio eines Bankkunden. Innovation scheint das Blut zu sein, das unsere Welt am Leben hält. Die swissfuture Wertewandel-Studie (2004) zeigte, dass es drei Typen von Menschen gibt: 33% zeigen sich ausgesprochen offen für technische Innovationen, 25 % lehnen diese ab – und 42 % haben sich noch nicht entschieden. Erstere sind bereit, sich stetig zu wandeln, und bejahen Veränderungen wie auch Entwicklungen. Das Neue empfinden sie als einen unwiderstehlichen Reiz. Demgegenüber strebt der zwanghafte Mensch das Dauerhafte an. Er möchte sich häuslich niederlassen und die Zukunft verlässlich planen.

Technischer Fortschritt resultierte nicht selten aus der Erfahrung von Knappheit und der Konfrontation mit Begrenztheit. Dabei ist in unserer Gesellschaft im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten die Bereitschaft gross, diese Grenzen nicht einfach mit Verzicht und Selbstbegrenzung zu akzeptieren, sondern sie zu überwinden – mit persönlichem Engagement, mit staatlicher Förderung, mit privaten Investitionen. Die Menschheit ist lernfähig und in der Lage, auf neue Herausforderungen mit neuen Lösungsansätzen zu reagieren. Schon manche Prognose hat sich deshalb nicht bestätigt, weil neue Lösungen gefunden wurden.

So erhoffen wir uns Fortschritte insbesondere im Bereich der Medizin, der Nutzung von Energie und der immer knapper werdenden Ressourcen. Das Haus der Zukunft wird Wärme, Licht und Kommunikation optimieren: Leistung steht zeitlich und räumlich exakt dort zur Verfügung, wo sie konkret benötigt wird. Nur mit der Zukunft der selbstkochenden Küche und des selbsteinkaufenden Kühlschranks ist das so eine Sache, weil beides etwas Emotionales und Persönliches charakterisiert. Und die Zeichnungen von fliegenden Autos gehören wohl auch im 21. Jahrhundert noch in den Bereich Science-Fiction. Jedoch werden der Verkehrsdruck, die steigenden Benzinpreise und das gewandelte Frauenrollenbild dazu führen, dass der Cyber-Home-Arbeiter eine Renaissance erleben wird. Denn die Informations- und Kommunikationstechnologie hat sich de facto zu einer erschwinglichen und greifbaren Grösse entwickelt und die effektive Präsenz des Arbeitnehmers an seinem Platz in der «Fabrik» ist nur noch zu Meetings nötig.

Angst und Sorgen sind grosse Triebfedern der Menschheit auf der Suche nach technischem Fortschritt. Doch das jährliche Hoffnungsbarometer von swissfuture zeigt, dass auch Hoffnung einen wichtigen Aspekt darstellt: Hoffnung, dass Lösungen gefunden werden und Fortschritt möglich ist. Hierbei geht es weder um einen blinden Optimismus im Hinblick auf ein positives Schicksal noch um eine naive Zuversicht, dass übergeordnete Kräfte wie der Staat zu Hilfe eilen. Das Schweizer Verständnis von Hoffnung hängt eng mit Eigenverantwortung und persönlichem Engagement zusammen.

 

Original erschienen in: Deutsche Asset & Wealth Management, 2014/02, S. 9

Swiss Equity Facts_Ausgabe 2_2014

D wie Doom Saying

«Please do not feed the fears» (Ängste bitte nicht füttern) – die Angst vor dem Chaos, vor dem Tod und dem vollständigen Verlust ist eine der archaischen Ängste des Menschen. Erdbeben, Pest und Kriege prägen das kollektive Gedächtnis in Europa in vielen lokalen Varianten. Die Generation unserer Grosseltern und Urgrosseltern hat erlebt, wie schnell das ganze Ersparte in Europa des 20. Jahrhunderts innert weniger als 50 Jahren wiederholt verloren gehen konnte. Der Nervenkitzel der Katastrophe reizt einen jeden von uns, denn er spricht unsere existenzielle Ebene an. Und er weckt unseren Urinstinkt, dass wir überleben wollen. Um jeden Preis. Deshalb lässt sich mit negativen Zukunftsbildern auf leichte Weise sehr viel Geld verdienen. Heute werden solche Flüche zwar nicht mehr durch Zaubersprüche begleitet, aber Zahlenmagie zeigt auch ihre Wirkung. Und in einer vernunftgeprägten Kultur der Schweiz, in der Prophylaxe und Absicherung so wichtig sind, will keiner derjenige sein, der die exakt berechneten Warnungen der Experten in den Wind geschlagen hat. Also glauben wir gerne und schnell, dass es in Zukunft eigentlich nur schlechter werden kann. Offensichtlich sind wir nicht bereit, vom Philosophen Karl Jaspers zu lernen: «Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage.»

C wie Chaos

E wie Evaluation (folgt demnächst)

Hier geht’s zum Überblick

Hier geht’s zum Originalartikel im UBS Magazin

Zukunft ist nicht einfach Schicksal

Wo gehts zum nächsten Trend? Und warum ist das von Belang? Andreas M. Walker, Co-Präsident von swissfuture, erklärt, wie Zukunftsforscher arbeiten – und welche Vorteile uns das bringt.

Quelle: Original-Interview mit Stephan Lehmann-Maldonado im UBS Magazin

Herr Walker, freuen Sie sich auf die Zukunft?
Ja. Die Zukunft ist ein Abenteuer. Ich bin dankbar dafür, heute leben zu dürfen. Unsere Vorfahren hatten viel weniger Möglichkeiten, den Lauf ihres Lebens zu bestimmen, als wir.

Was erwartet uns denn in zehn Jahren?
Erstens steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung in unserem Land weiter. Darum sollten wir die Vorsorge an die Hand nehmen. Ebenso wichtig ist die Anpassung des öffentlichen Raums, denn der Bedarf an bequemer Infrastruktur wächst. Ein Schritt in die richtige Richtung sind Niederflurtrams. Zweitens werden Informationen rasch und günstig verfügbar sein. Massgeblich wird künftig nicht mehr das Sammeln der Daten. Vielmehr werden deren Beurteilung und Analyse entscheidend. Von wem stammen die Informationen wirklich? Was ist relevant für mich? Firmen nutzen die Informationsmengen, um uns «massgeschneiderte » Angebote zu unterbreiten.

Dann bestimmen Computer, was uns gefallen soll …
Die spannende Frage lautet: Inwieweit wollen wir das? Nur weil die meistgelesenen Artikel auf den Zeitungsportalen prominent erscheinen, sind sie nicht unbedingt die besten – unser Leseverhalten wird durch ihre Platzierung beeinflusst. Seit 30 Jahren spricht man von Kühlschränken, die autonom Bestellungen auslösen. Aber wir kaufen weiterhin selbst ein. Und wir könnten uns längst von Astronautennahrung in Tablettenform ernähren. Doch Kochen erfreut sich zunehmender Beliebtheit!

Was unterscheidet Zukunftsforscher von Kaffeesatzlesern?
Im Gegensatz zu Kaffeesatzlesern, Wahrsagern oder Propheten arbeiten wir nicht mit übernatürlichem, sondern mit menschlichem Wissen. Unser Verein swissfuture gehört zur Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW. Wie andere Wissenschaftler entwickeln wir Modelle, die auf nachvollziehbaren Annahmen basieren. In den USA und an der Freien Universität Berlin kann man Zukunftsforschung – Strategic Foresight genannt – studieren. Der Schriftsteller William Gibson sagte vor 30  Jahren: «Die Zukunft ist bereits da. Sie ist nur nicht gleichmässig verteilt. » Wir erachten es als essenziell, schon erste schwache Signale zu erkennen und daraus Trends abzuleiten.

Was nützen uns solche Prognosen?
Zukunft ist nicht einfach Schicksal. Sie ist die Konsequenz unserer Entscheidungen, unserer Taten und Untaten. Wir zeigen auf, welche Veränderungen sich in unserer Umwelt abspielen – und wo man reagieren kann und soll. Gibt es Trends, die mir helfen? Oder Entwicklungen, die wir nicht wünschen? Ein Beispiel: Vor rund zehn Jahren beauftragte mich der Bund mit einem Projekt. Grippe gehöre als Krankheit der Vergangenheit an, dachte man damals. Doch wir erkannten, dass die Gefahr von Infektionskrankheiten mit der Globalisierung und der Mobilität zurückkehren wird. Dies half, sich frühzeitig mit Präventionsmassnahmen auseinanderzusetzen.

Immer schneller scheint ein Trend den anderen abzulösen.
Viele kurzfristige Trends kann man genauso wenig exakt berechnen wie Ausschläge an der Börse. Wir schätzen die langfristigen Folgen von Entwicklungen ab. Müssen wir beispielsweise noch Landkarten lesen können? Es gibt Smartphone-Apps, welche diese Leistung übernehmen. Derzeit debattiert man, wie die Digitalisierung unsere Kinder beeinflusst. Früher legte man Wert auf das Auswendiglernen von Fakten. Heute sind Fakten per Fingerbewegung verfügbar. Aber was bedeutet es fürs menschliche Hirn, wenn es nichts mehr auswendig lernt? Die neurologische Forschung steckt da noch in den Kinderschuhen.

Kritiker befürchten eine Volksverdummung…
Die meisten von uns konsumieren die Fortschritte in Medizin, Mobilität und Elektronik unkritisch. Zugleich gibt es in Mitteleuropa schon lange Vorbehalte gegen technische Neuerungen und eine Glorifizierung der guten alten Zeit. Die Literaturepochen der Romantik und des Naturalismus belegen das schon fürs 19. Jahrhundert. Daneben findet sich eine technikfreundliche Elite, die Innovation als Motor des Wohlstands predigt. Egal, welcher Gruppe wir angehören: Technische Veränderungen werden kommen. Darum müssen wir lernen, vernünftig damit umzugehen.

Wie wirken sich die Veränderungen auf Bankgeschäfte aus?
Der Informationsvorsprung von Banken zu Kunden schmilzt. Finanzielles Halbwissen kann man sich via Internet rasch beschaffen. Und die Produkte der Banken ähneln einander. Den Unterschied macht das Vertrauen: Habe ich einen Berater auf Augenhöhe, der über eine ähnliche Lebenserfahrung verfügt wie ich und mich versteht? Bei alltäglichen Geldgeschäften ist zudem die Verfügbarkeit wichtig. Kaum jemand mag sich an die Schalteröffnungszeiten  halten. Mobiles Banking via Smartphone, E-Banking und 24-Stunden-Erreichbarkeit gewinnen weiter an Bedeutung.

Gibt es Trends, die wir unterschätzen?
O ja. Was bedeutet es, wenn erste Schweizer Grosskonzerne in asiatische Hände gelangen? Wir zelebrieren den Individualismus, Asiaten orientieren sich am Kollektivismus. Wenn wir Randständige schützen, gründet dies immer noch auf jüdisch-christlichen und bildungsbürgerlichen Werten. Andere Kulturen haben Probleme, dies nachzuvollziehen. Auch die 24-Stunden-Gesellschaft unterschätzen wir. Während der eine Ruhe will, feiert der andere eine Party. Und wir sind pausenlos multimedialen Reizen ausgesetzt. So müssen wir neu lernen, was Erholung bedeutet. Schliesslich stösst die Individualisierung an Grenzen: Viele fühlen sich überfordert, weil sie ständig Entscheidungen treffen müssen. Ihre Reaktion: «Ich kann mir gar nicht so viele Meinungen bilden. Der Staat soll mir helfen! » Das gilt selbst für private Angelegenheiten wie Kindererziehung.

Was bleibt unabhängig vom Zeitgeist gleich?
Wir bleiben Menschen – mit denselben körperlichen, sozialen und geistigen Bedürfnissen wie eh und je. Wir werden einfach andere Lösungen für unsere Bedürfnisse suchen. Heute nutzen Jugendliche Facebook, vor 30 Jahren telefonierten sie. Doch etwas mit Freunden zu unternehmen ist immer noch mehr wert.

Quelle: Original-Interview mit Stephan Lehmann-Maldonado im UBS Magazin

Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?

Was macht einen Mann aus? Welche Tugenden zeichnen ihn aus? Und welchen Normierungsversuchen ist er ausgesetzt? Zukunftsforscher Andreas M. Walker setzt sich mit diesen Fragen auseinander, blickt zurück und schaut nach vorne. Nachdem er mit alten Klischees aufräumt, zeichnet er das Bild eines emanzipierten Mannes. Seine positive Prognose: Der Mann findet dank vielfältigen Lebensentwürfen in einer erfüllten Rolle als Familienvater und Ehemann zu sich selbst – auch im Berufsleben.

Keywords: Tugend, Normierung, Gender Mainstreaming, Lebensentwürfe, Geschlechterrollen, Familie

Mehr dazu hier in meinem aktuellen Aufsatz für swissfuture, magazin für zukunftsmonitoring 2014/1 „Die Zukunft des Mannes“, hier als pdf für meine Leserinnen und Leser gratis verfügbar:

PDF: ganzer Artikel: Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?
PDF: ganzer Artikel: Wird der Mann in Zukunft noch als richtiger Mann leben können?

Hoffnungsbarometer 2014: Schweizer wollen sinnvolle Arbeit

Allgemeine Info

Bereits zum fünften Mal erhoben Dr. Andreas M. Walker und Dr. Andreas Krafft von swissfuture.ch im November 2013 das Hoffnungsbarometer für das kommende Jahr mit einer grossen Internet-Umfrage in deutscher, französischer, englischer und erstmals auch in tschechischer Sprache. 21’812 Personen aus der Schweiz, Deutschland, Tschechien, Frankreich und weiteren Ländern nahmen dieses Jahr an der Umfrage teil. Für die Schweiz wurden 2’936 vollständige und korrekte Fragebogen ausgewertet. Für das schweizerische Sample betrug der statistische Stichprobenfehler ±1.8 Prozentpunkte. Dies ist ein sehr guter Wert, so dass von einer breit abgestützten Umfrage gesprochen werden kann.

swissfuture ist die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung und wurde 1970 gegründet. Co-Präsidenten von swissfuture sind Dr. Andreas M. Walker und Cla Semadeni. swissfuture fördert als parteipolitisch und religiös neutraler Verein und Mitglied der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW die Zukunftsforschung und -gestaltung in der Schweiz und macht deren Ergebnisse der Bevölkerung zugänglich. swissfuture führt Tagungen, Seminare und Studien durch und äusserst sich in den Medien zu Zukunftsfragen. Vgl. www.swissfuture.ch

Dr. Andreas M. Walker ist seit 2009 Initiator und Gesamtverantwortlicher des Hoffnungsbarometers. Er ist Co-Präsident von swissfuture und Leiter des Think Tanks „weiterdenken.ch – your partner for future, hope & responsibility„. Vgl. www.weiterdenken.ch . Dr. oec. HSG Andreas Krafft ist seit 2012 der akademische Leiter des Hoffnungsbarometers. Er ist designiertes Vorstandsmitglied von swissfuture, Strategieberater und Dozent an der Universität St. Gallen. Stefan Schwarz begleitet das Projekt als Psychotherapeut.

Die Studie wurde international begleitet: Frau Prof. Dr. Tatjana Schnell, Universität Innsbruck, die führende Sinn-Forscherin Österreichs, Frau Prof. Dr. Alena Slezáčková, Masaryk University, Brno, führende Spezialistin für positive Psychologie der Tschechischen Republik, Prof. Dr. Charles Martin-Krumm, Maître de Conférences à l’Institut Universitaire de Formation des Maîtres de Rennes.

Erwartungshaltung für das kommende Jahr 2014

1 = sehr pessimistisch; 2 = eher pessimistisch; 3 = ausgewogen; 4 = eher optimistisch; 5 = sehr optimistisch

Entwicklung über die letzten Jahre

Die Erwartungshaltung für das private Leben bewegt sich seit Jahren auf der optimistischen Seite.

Für die wirtschaftlichen Erwartungen zeigt sich nach einem Tiefpunkt für Jahr 2012 nun bereits das zweite Mal eine steigende Erwartungshaltung für das kommende Jahr und tendiert nun nicht mehr auf die pessimistische Seite. Damit hat auch bereits das zweite Mal die Erwartungshaltung an die Wirtschaft jene an die Politik deutlich überholt.

Für 2011 Für 2012 Für 2013 Für 2014
Für mein privates Leben 3.6 3.96 3.93 3.88
  +10% -1% -1%
    -2%
Für die nationale Politik 2.49 2.76 2.73 2.68
  +11% -1% -2%
    -3%
Für die nationale Wirtschaft 2.93 2.6 2.83 3.02
  -11% +9% +7%
    +16%

Bei grossen persönlichen Hoffnungen für 2014 sind enge soziale Beziehungen und eine sinnvolle Arbeit wichtiger als Geld oder Karriere

Zum wiederholten Mal ist die „glückliche Ehe, Familie, Partnerschaft“ die grösste persönliche Hoffnung, noch vor der „persönlichen Gesundheit“. Spitzenpositionen belegen Hoffnungen für das enge soziale Umfeld, berufliche Anliegen rangieren deutlich weiter hinten.

Sinnvolle Arbeit wichtiger als Karriere

Die Hoffnung auf eine „sinnvolle Aufgabe“ ist grösser als auf einen sicheren Arbeitsplatz bzw. auf Erfolg am Arbeitsplatz. Im Sinne der Maslow’schen Bedürfnispyramide ist in der Schweiz anscheinend die Furcht vor einem Arbeitsplatz oder das existentielle Bedürfnis nach Einkommen relativ gering:

Hoffnung2010 Hoffnung2011 Hoffnung2012 Hoffnung2013 Hoffnung2014
Erfolg am Arbeitsplatz Erfolg am Arbeitsplatz Sinnvolle Arbeit Sinnvolle Arbeit Sinnvolle Arbeit
Sicherer Arbeitsplatz Sinnvolle Arbeit Erfolg am Arbeitsplatz Sicherer Arbeitsplatz Sicherer Arbeitsplatz
Sicherer Arbeitsplatz Sicherer Arbeitsplatz Erfolg am Arbeitsplatz Erfolg am Arbeitsplatz

Bei Berufsgruppen spielen Wirtschaftsgrössen nur eine kleine Rolle als Hoffnungsträger

Personen aus dem unmittelbaren familiären oder sozialen Umfeld sind wichtiger für die Hoffnung als Wirtschaftsgrössen.

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

Die neue Umfrage “Hoffnungsbarometer 2014″ ist gestartet

Heute sind wir mit der neuen Umfrage gestartet:

Auf deutsch: http://www.hoffnung2014.com

En français: http://www.espoir2014.com

Wir konnten den Fragebogen nochmals entscheidend weiterentwickeln und danken für die Zusammenarbeit mit:

Hoffnungsbarometer 2013 Schweiz: 1. Die wichtigsten Resultate


Die „Helden des Alltags“ stabil an der Spitze als Hoffnungsträger 2013

  • Wie im Vorjahr betrachten die deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer (62%) primär „die vielen Helden des Alltags ohne grossen Namen“ als ihre Hoffnungsträger. Bundesräte oder Wirtschaftskapitäne werden von weniger als 10% gewählt.
  • Als Ausnahme stößt der im November frisch wiedergewählte US-Präsident Barak Obama mit 43% in die Spitzengruppe vor. Als er 2009 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde er bereits einmal auf Platz 1 gewählt und tauchte in den Zwischenjahr auf die Plätze 4 bzw. 7 ab.


  • Die Insel der Hoffnung für 2013
  • Privat sind die Schweizerinnen und Schweizer optimistisch für das Jahr 2013 eingestellt (total 74%).
  • Auch für die nationale Politik (61%) und die nationale Wirtschaft (61%) überwiegt die optimistische Sicht auf 2013.
  • Kritischer sieht es mit der globalen Sicht aus: rund 70% sind pessimistisch für die globale Politik und Wirtschaft gesinnt. Für humanitäre Anliegen wie die Friedenssicherung oder die Bekämpfung von Hungersnöten sind über 75% pessimistisch eingestellt.
  • Auffällig: Je näher die eigene Betroffenheit ist, desto grösser ist der Optimismus – ist das nun ein Zeichen für Engagement und Verantwortungsübernahme im eigenen Bereich, den man selbst überblicken und beeinflussen kann? Oder eher ein Rückzug aus den globalen, ökologischen und humanitären Herausforderungen und Krisen?

Nahe Beziehungen in Familie und Lebenspartnerschaft sind weiterhin der primäre Hort der Hoffnung

  • Die „glückliche Ehe, Familie, Partnerschaft“ ist für 89% die am meisten gewählte sehr wichtige persönliche Hoffnung – noch deutlich vor der persönlichen Gesundheit mit 82% und deutlich höher gewichtet als die in der Umfrage abgefragten gesellschaftlichen Hoffnungen.
  • Trotz vielfältigen Theorien über weak ties, Social Medias im Cyber Space, global business oder supranationale Organisationen – Hoffnung als Wille zur Zukunft wird in der Schweiz primär durch die engen sozialen Beziehungen im familiären und privaten Umfeld geprägt.
  • Mit dem Ehe-/Lebenspartner (Platz 4), den eigenen Kindern (6) und den eigenen Eltern (8) belegen drei Kategorien von Familienangehörigen einen Drittel der Top Ten bei den Hoffnungsträgern für das kommende Jahr.
  • So stehen auch bei den Personengruppen, die in besonderer Weise Hoffnung stiften sollten, das engste (familiäre) Umfeld auf den Spitzenplätzen: der Ehe-/Lebenspartner ist entsprechend für 78% sehr wichtig, die Eltern/Grosseltern seit Jahren in ihrer Bedeutung wieder anwachsend nun für 72% und die Freunde für 70%.
  • Auch bei den eigenen Aktivitäten ist für 47% das Gespräch mit dem Lebenspartner bzw. für 41% die Motivation der Familie und für 39% die Motivation der Freunde sehr wichtig.
  • Bei den verschiedenen Indices als Komponenten des Hoffnungsbarometers schwingt entsprechend auch der Beziehungs-Index mit 4.08 Punkten (bei einer Skala von 1 bis 5) oben auf.

Selbstvertrauen und Eigenverantwortung weniger wichtig?

  • Obwohl wie schon im Vorjahr „Ich übernehme Verantwortung und engagiere mich“ für 63% sehr wichtig und somit auf Rang 1 der eigenen Massnahmen zur Erfüllung der eigenen Hoffnung steht, könnte sich eine Krise von Selbstvertrauen und Eigenverantwortung andeuten:
  • So ist bei den wichtigsten Hoffnungsträgern „Ich setze meine Hoffnung auf mich selbst“ in den letzten drei Jahren schrittweise vom 1. auf den 3. Rang zurückgefallen. Entsprechend ist auch bei den Personengruppen, die in besonderer Weise Hoffnung vermitteln sollen, die „Eigenverantwortung“ in den letzten vier Jahren vom 1. auf den 6. Rang zurückgefallen.
  • Demgegenüber steigt die Erwartungshaltung an die „Profis“: „Ärzte und Psychologen“ sind auf den 4 und „Lehrpersonen“ sind auf den 5. Rang vorgerückt. Deutet sich hier ein Fatalismus an, dass es zukünftig „die Profis“ richten sollen? Oder empfinden die Teilnehmenden eine Ohnmacht gegenüber immer komplexer und dynamischer werdenden Entwicklungen?
  • Ebenso ist die „persönliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung“ nach drei Jahren auf Spitzenplätzen aus den Top Ten herausgefallen. Deutet sich hier eine Rochade mit dem Wert „Sicherheit“ an?

Gesellschaftliche Hoffnungen sind stark von der medialen Präsenz und der politischen Aktualität geprägt

  • Bei der Frage nach den gesellschaftlichen Hoffnungen fällt über die Jahre auf, dass hier wahrscheinlich die mediale Präsenz und tagespolitische Aktualität der Treiber ist.
  • War der Religionsfriede Ende 2009 angesichts der Minarett-Abstimmung noch auf dem 5. Platz, so ist dieses Thema nun seit Jahren wieder verschwunden.
  • Die Hoffnung des „Erfolgs gegen den Klimawandel“ scheint in einer Rochade mit der Hoffnung auf „neue Energiequellen als Ersatz für Öl, Uran und Erdgas“ getauscht zu haben.
  • Und die Hoffnung auf „weniger Kriminalität“ ist gemeinsam mit der Hoffnung auf „sozialen Frieden“ auf den 1. Platz vorgestossen. Sowohl bei der Hoffnung auf „weniger Kriminalität“ wie auch auf „weniger Jugendgewalt“ fällt zudem die Korrelation mit dem Ausbildungsniveau und dem Geschlecht auf: schlecht ausgebildeten Frauen sind diese Aspekte wichtiger als gut ausgebildeten Männern.

Kuriosum: Welche Minderheit will eigentlich die Frauenquote?

  • Trotz der hohen medialen Präsenz in den letzten Monaten: Bei der Frage nach den gesellschaftlichen Hoffnungen für 2013 fand die „Frauenquote“ keine Beachtung. Sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen landete sie auf dem letzten Rang: mit 1.535 Punkten bei einer Skala von 1-3.

Zur Umfrage:

Die grosse, breit abgestützte Hoffnungsumfrage (Hoffnungsbarometer) wurde im November 2012 zum vierten Mal gemeinsam mit 20 Minuten als Medienpartner und über diverse Social Media Kanäle durchgeführt – mit 7’575 Teilnehmenden aus der Schweiz und 11’339 Teilnehmenden aus Deutschland.

Erstmals wurde dieses Jahr die Umfrage auch in der welschen Schweiz und in Deutschland durchgeführt. Für die Romandie konnte 20minutes als Medienpartner gewonnen werden, für Deutschland die Bild-Zeitung.

  • Für die Auswertung in der Schweiz wurden 4’456 vollständige Fragebögen aus der Schweiz mit 149 Variablen ausgewertet.
    • 3’794 aus der Deutschschweiz
    • 662 aus der Suisse romande / Romandie / französischsprachigen Schweiz
  • Für die Auswertung in Deutschland wurden 6’956 vollständige Fragebögen aus Deutschland ausgewertet.

Verantwortlich für die Umfrage sind der Initiant Dr. Andreas M. Walker, Gründer von weiterdenken.ch und Co-Präsident von swissfuture, der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung, und der akademische Leiter Dr. Andreas Krafft, Mitglied von swissfuture, Dozent an der Universität St. Gallen. Swissfuture ist eine Mitgliedsgesellschaft der SAGW Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Medienkontakte: Dr. Andreas M. Walker

Große Umfrage – was hofft Deutschland 2013?

Unsere grosse Umfrage gemeinsam mit der bild.de ist gestartet!

http://www.bild.de/ratgeber/2012/umfrage/das-hofft-deutschland-grosse-umfrage-2013-27251358.bild.html

Und hier geht es direkt:

Zur Version für die deutsche Schweiz: www.hoffnung2013.ch

Zur Version für die französische Schweiz: www.espoir2013.ch

Zur Version für Frankreich: www.espoir2013.com

Zur Version für Deutschland: www.hoffnung2013.com